Stand: 28.11.2019 13:05 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Neuer Wolf an der Westküste gesichtet

An der Westküste Schleswig-Holsteins hält sich seit einigen Wochen ein neuer Wolf auf. Es gibt ein Video, das nach Angaben von Wolfsbetreuer Jens Matzen ein ausgewachsenes Tier Mitte November auf der Halbinsel Eiderstedt (Kreis Nordfriesland) zeigt. Etwas weiter südlich in Dithmarschen wurden in den vergangenen Tagen nach Angaben des Umweltministeriums mehr als 20 Schafe gerissen - unter anderem in den Gemeinden Hochdonn und Eggstedt. Beide Orte liegen nur wenige Kilometer auseinander. Die Tiere waren laut Ministerium nicht durch einen speziellen Elektrozaun geschützt.

DNA-Proben sollen Klarheit bringen

Das Rissbild passt laut Wolfsbetreuer Matzen nicht zu einem der bisher bekannten Wölfe im Land. Er vermutet deshalb, dass es sich um einen neuen Wolf handelt. Gewissheit sollen jetzt DNA-Proben bringen, die derzeit untersucht werden.

Seit Mai registrierte das Land nach eigenen Angaben in Dithmarschen und Nordfriesland keine Nutztierrisse durch Wölfe. Im Frühjahr hatten dort zwei Wölfe zahlreiche Schafe gerissen - darunter auch das Tier mit der Kennung GW900m. Es handelt sich dabei nach Angaben dänischer Wissenschaftler um einen Bruder des sogenannten Problemwolfes GW924m.

GW924m in MV

Vor knapp zwei Wochen hatte das Umweltministerium mitgeteilt, dass der Problemwolf aus den Kreisen Steinburg und Pinneberg nach Mecklenburg-Vorpommern weitergezogen ist. Das zeigte ein DNA-Test. Der Rüde mit der Kennung GW924m hatte laut Ministerium am 26. Oktober bei Grambow nahe Schwerin Nutztiere gerissen. Zuvor waren ihm durch DNA-Tests bereits Risse in Ostholstein zugeordnet worden. Die Abschussgenehmigung für GW924m soll deshalb innerhalb des festgelegten Gebietes in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg außer Kraft gesetzt werden. Noch ist sie aktiv, weil sie erst mit Veröffentlichung des neuen Amtsblatts am 2. Dezember offiziell zurückgenommen werden kann.

Was ist ein sogenannter Problemwolf?

Obwohl der Wolf eine streng geschützte Art ist, kann er unter bestimmten Umständen abgeschossen werden - wenn zum Beispiel ein Wolf mehrfach spezielle Schutzzäune überwindet und Nutztiere reißt. Dann gilt er als sogenannter Problemwolf - und darf "entnommen" werden, wie es offiziell heißt. Das ist aus Sicht des Umweltministeriums bei GW924m der Fall. "Eine Schadensprognose hat ergeben, dass in der betroffenen Region erhebliche wirtschaftliche Schäden drohen", heißt es in der Allgemeinverfügung des Landes. "Zumutbare Alternativen zur Entnahme des Wolfes bestehen nicht."

Weitere Informationen

Interaktive Karte: Wölfe in Schleswig-Holstein

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.11.2019 | 12:00 Uhr

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