Zwei Schüler sitzen vor einer Lehrerin in einem Klassenzimmer. © NDR

Mentoren sollen Lübecker Schülern zum Abschluss verhelfen

Stand: 30.08.2021 07:34 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie konnte viel Unterrichtsstoff nicht vermittelt werden. Eine Lübecker Schule geht nun neue Wege, um die Bildungslücken zu schließen.

Lernen in der Pandemie ist nicht immer leicht. Das wissen auch die Schülerinnen und Schüler der Trave Grund- und Gemeinschaftsschule in Lübeck. Der Distanzunterricht hat manchmal sogar denen Probleme bereitet, die sonst gut im Lernstoff mitgekommen sind. "Mathe ist in der 10. Klasse eines der schwersten Fächer", erklärt Schüler Leon Zelck. Ihm hätte der häufige Wechsel von Lockdown und Präsenzunterricht zu schaffen gemacht.

Andere Schüler stammen aus Familien mit Migrationshintergrund, die zu Hause nicht immer die besten Voraussetzungen zum Lernen hatten. "Ich habe Schülerinnen und Schüler gehabt, die haben den ruhigsten Raum in der Wohnung gesucht und haben sich dann aus der Badewanne gemeldet", erzählt Schulleiter Albrecht Dudy über den Onlineunterricht.

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Zwei Stunden Nachhilfe in der Woche

An der Trave Gemeinschaftsschule sollen die Corona-Lücken jetzt mit einem speziellen Mentorenprogramm ausgebügelt werden. Die Idee und das Geld dafür kommen von der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung. Gemeldet haben sich Studenten oder pensionierte Lehrer, die nachmittags Nachhilfeunterricht geben. Jeweils zwei Schüler werden von einem Mentor in den Hauptfächern Mathe, Deutsch oder Englisch unterrichtet.

"Es klingt ein bisschen idealistisch, aber ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass alle durch diese Pandemie gut durchkommen. Da sind die Karten einfach sehr ungleich gemischt", sagt die selbst noch studierende Mentorin Elena Harms. Ihr gehe es vor allem um die Chancengleichheit der Schüler.

Die Schule will das Mentorenprogramm aufstocken

An den Kursen nehmen erst einmal 22 Jugendliche teil. Beworben hatten sich allerdings doppelt so viele Schüler. Läuft das Mentorenprogramm gut an, will die Schulleitung die Kapazitäten ausbauen.

Neuntklässler Erik Kowalcyk zieht eine erste Bilanz: "Es klappt bis jetzt sehr gut und ich nehme viel aus dem Unterricht mit. Weil nicht die ganze Klasse da ist, bekommt man auch viel mehr mit." Im Mai kommenden Jahres wollen die Schülerinnen und Schüler dann ihre Abschlussprüfungen gut vorbereitet schreiben.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 30.08.2021 | 19:30 Uhr

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