Logistikmitarbeiter händeringend gesucht
Wie vielen Branchen geht auch der Logistikbranche das Personal aus. Neben Lagermitarbeitern und kaufmännischen Angestellten werden Lkw-Fahrer dringend gesucht.
Ein Drittel der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer geht dem Unternehmensverband Logistik in Schleswig-Holstein zufolge in den nächsten fünf Jahren in Rente. Für ausreichenden Nachwuchs müssten 1.000 Auszubildende in jedem Jahr anfangen - es sind nach Verbandsangaben jedoch gerade einmal 400. Daher versuchen viele Unternehmen auch für Lageristen und Speditionskaufleute attraktiver zu werden, indem sie zum Beispiel über Tarif bezahlen.
Logistikverband fordert mehr qualifizierte Zuwanderung

Gemeinsam mit der Arbeitsagentur sollen auch Menschen ohne Ausbildung, aktuell knapp 50.000 in Schleswig-Holstein, für eine Ausbildung in der Logistikbranche begeistert werden. Der Unternehmensverband Logistik in Schleswig-Holstein fordert dazu von der Politik mehr für qualifizierte Zuwanderung zu tun. "Wir bräuchten Auslandsdependancen, wo wir Fachkräfte anwerben", sagt Verbandschef Thomas Rackow. "Es gab eine Zeit nach dem Krieg, da hat man das beispielsweise in Nordrhein-Westfalen auch so gemacht. Die Menschen sind dann letztendlich auch heimisch geworden und dageblieben."
DRK-Aktion: Geflüchtete werden zu Lkw-Fahrern ausgebildet
Schon vor drei Jahren hat der Logistikverband Schleswig-Holstein zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) eine Kampagne mit dem Ziel gestartet, Geflüchtete zu Lkw-Fahrern auszubilden. Ein teilnehmendes Unternehmen ist die Nord-Spedition in Großenwiehe (Kreis Schleswig-Flensburg). Dort hat Qussay aus dem Irak vor zwei Wochen seine Prüfung zum Berufskraftfahrer bestanden. 2015 war der Englischlehrer aus Bagdad nach Deutschland gekommen. Für ihn ist die Ausbildung eine große Chance - sie hilft, seine Bleibeperspektive zu verbessern und Qussays Ausbildungsbetrieb wiederum ist froh, dass er das Team verstärkt.
