Stand: 28.02.2017 13:57 Uhr

Leidenschaft für das schnelle Spiel in Wedel

von Josef Opfermann
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Muhammet Ertürk ist mit der Türkei bereits Weltmeisterschafts- und Europameisterschaftszweiter im Tischfußball geworden.

Muhammet Ertürk spricht von Leidenschaft. Er hat den Verein Cim Bom Bom Wedel gegründet, um dieser Leidenschaft noch mehr Raum zu geben. Ertürk ist 42 Jahre alt und spielt seit mehr als 20 Jahren Tischfußball. Er trainiert mit seinen Mitspielern in der Teestube in Wedel (Kreis Pinneberg). "Ich habe das als Hobby angefangen, zum Stressabbau vom alltäglichen Tagesablauf, der Arbeit, der Familie. Es wurde halt irgendwann zum Profisport, wo ich dann auch gedacht habe, ob das nicht ein bisschen zu viel Zeitopferung ist", sagt Ertürk. Offenbar nicht: Im April startet er für die Türkei bei der Weltmeisterschaft in Hamburg. Zwei Mitspieler aus Wedel starten für Deutschland.

Ertürk: "Sind eine Kickerfamilie"

Für seinen Einsatz hat Ertürk schon einige Medaillen eingesammelt. Mit der türkischen Nationalmannschaft wurde er Weltmeisterschafts- und Europameisterschaftszweiter, gewann 2015 mit seinem Team Cim Bom Bom - der Name kommt übrigens aus dem Türkischen und steht dort für den Proficlub Galatasaray Istanbul - die Deutsche Meisterschaft. Im vergangenen Jahr wurden die Wedeler Champions-League-Sieger. "Wir kennen uns schon über 20 Jahre. Wir kennen die Tischfußballszene in Hamburg und im Umland, man kennt sich untereinander. Wir sind eine Kickerfamilie", sagt Ertürk über sein Team.

Kickern in der Kneipe ist anders

Die Freundschaft ist da, das Fachwissen erst recht. Ertürk und seine Mitspieler sprechen von Jets, Dreierreihen und Passoptionen. Was für den Zuhörer zunächst unverständlich ist, ist für das Team Cim Bom Bom Routine. "Ich spiele das Rechts-Lang-System. Das heißt, ich habe von einem Punkt in der Verteidigung mehrere Optionen, von dem ich den Ball dann rechts lang ins Tor schießen will", sagt Ertürk.

Für seinen Mitspieler Kai Eggerstedt, 55 Jahre, sind die Unterschiede zum Kickern in der Kneipe klar: "Man geht analytischer vor, versucht den Gegenspieler in eine bestimmte Situation zu locken, dass man zum Beispiel eine Seite extra auflässt, um dann im richtigen Moment da zu sein", erzählt er. "Der Kneipensportler spielt häufig einfach so drauf los."

Die Italiener spielen schneller

Um mit den Besten mithalten zu können, brauche es vier Qualitäten, sagt Eggerstedt: "Man braucht Schussschnelligkeit. Dann ist die Technik sehr wichtig. Die dritte Qualität ist Entscheidungsfindung, also dass man guckt: Wie bewegt sich der Gegner? Was kann ich jetzt tun?" Und schließlich müsse man das alles dann unter Druck umsetzen können.

Diese Qualitäten hat sich das Team Cim Bom Bom über die Jahre angeeignet, im Training, auf Turnieren und in der Hamburger Tischfußballliga, in der es aufgrund der Nähe zu Hamburg mitspielt. Bei der WM im April wartet nun aber wieder die ganz große Herausforderung. "Es gibt viele Mannschaften, die viel schneller spielen als wir, die Italiener zum Beispiel. Die sind technisch versiert, gucken weniger, kommen schneller zum Torabschluss", sagt Marlin Sielfeld, 24 Jahre. Bei der WM wollen Ertürk, Eggerstedt und Sielfeld aber in erster Linie Spaß haben und die Atmosphäre vor bis zu 5.000 Zuschauern im Hamburger Kampnagel-Theater genießen.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.02.2017 | 19:30 Uhr

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