Der letzte Lack für die Transall

Stand: 09.03.2021 10:00 Uhr

Das Ende der fast 60-jährigen Ära der Transall rückt näher. Ende des Jahres ist es soweit. Mit einer Sonderlackierung verabschiedet das LTG63 in Hohn den Lastenesel der deutschen Luftwaffe.

von Christian Wolf

Eigentlich sollte das Transportflugzeug der Luftwaffe schon seit zwei Jahren nicht mehr abheben. Doch die Schwierigkeiten bei der Einführung des Nachfolgers, der A400M von Airbus, sorgten dafür, dass die Transall doch noch länger von Hohn (Kreis Rendsburg-Eckernförde) aus in die weite Welt starten konnte. So wurde das Ende der Transall immer weiter verschoben. Aber nun ist Schluss - definitiv. Denn Ende des Jahres wird das Lufttransportgeschwader 63 (LTG63) aufgelöst. Damit endet auch die Ära Transall. Denn nur noch vom hier ansässigen Geschwader in der Nähe von Rendsburg wird das Modell geflogen.

Mehrwöchige Arbeit an Sonderlackierung

Stabsfeldwebel Fabian Lorenz im Interview. © NDR Foto: Christoph Klipp
Für Stabsfeldwebel Fabian Lorenz und sein Team war es eine Ehre, die letzte Transall zu lackieren.

Für den würdigen Abschied Ende des Jahres haben Stabsfeldwedel Fabian Lorenz und sein Team gesorgt. Über vier Wochen haben sie einer Transall eine Sonderlackierung verpasst. "Das war für uns schon eine große Ehre, das letzte Flugzeug vom Typ Transall zu lackieren", erklärt Fabian Lorenz. Tagelang haben er und sein vierköpfiges Team sich Gedanken über das Design der Maschine gemacht: "Wir wollten die Geschichte der Maschine zeigen, von den Anfängen mit der orangenen Sonderlackierung, und sogar dem Weiß der UN-Maschinen. All das sollte in einem Entwurf gezeigt werden." In den rund 900 Arbeitsstunden seien etwa 400 Liter Farbe verbraucht worden, so Stabsfeldwedel Fabian Lorenz. Die Transall mit der Sonderlackierung wird dann auch im Sommer auf Abschiedstour gehen und Luftwaffen-Stützpunkte in Nord- und Süd-Deutschland anfliegen.

Wehmut und Aufbruchstimmung

Für den Landrat Rolf-Oliver Schwemer (CDU) schwingt Wehmut mit: "Denn die Transall-Maschinen über dem Kreisgebiet gehörten schon ein Stück weit zu unserer Region." Auch lobt Schwemer das gesellschaftliche Engagement des LTG63, das positiv in der Bevölkerung wahrgenommen wurde und künftig vermisst werde. Für die Zukunft des Standortes wünscht sich der Landrat von Rendsburg-Eckernförde eine Kombination aus militärischer und wirtschaftlicher Nutzung. "Möglicherweise können einige Bereiche umgewidmet werden und so für Unternehmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt interessant sein", so Rolf-Oliver Schwemer.

Einsatz für Hohn vom Bundestagsabgeordneten

Eine Transall-Maschine mit Sonderlackierung (rechte Seite). © NDR Foto: Christoph Klipp
Für die Sonderlackierung der Transall wurden etwa 900 Arbeitsstunden und 400 Liter Lack gebraucht.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Flugplatz nach der Auflösung des Geschwaders stillgelegt wird. Der Bundestagsabgeordnete des Kreises Johann Wadephul (CDU) hat das allerdings verhindert: "Das war mein wesentliches Bemühen der vergangenen acht Jahre, damit der NATO-Flugplatz Hohn erhalten bleibt und die Luftwaffe den Flugplatz weiterbetreibt." Das biete Optionen für die Zukunft, so der Politiker. Johann Wadephul hofft, dass das Aufklärungssystem PEGASUS in Maschinen vom Typ GLOBAL 6000 verbaut wird und diese dann in Hohn stationiert werden. Auch teilt der Offizier der Reserve seine ganz persönliche Transall-Erfahrung: "Ich war ja in Rendsburg stationiert und wir haben regelmäßig mit dem Flugabwehrpanzer Roland auf Kreta in Griechenland Übungen durchgeführt. Den sechsstündigen Flug dorthin mit der Transall, über die Alpen, entlang der Adriaküste und später auf die Peleponnes zu, das sind Bilder, die werde ich nie vergessen."

 

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