Kieler Koalition uneins über Hamburger Hafen-Deal mit China

Stand: 25.10.2022 11:50 Uhr

Am Sonntag hatte sich Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) für eine Beteiligung der chinesischen Reederei Cosco ausgesprochen. Kritik kommt jetzt vom grünen Koalitionspartner.

Die geplante Beteiligung des chinesischen Konzerns Cosco an einem Terminal im Hamburger Hafen sorgt für Streit in der Kieler Koalition. Grünen-Fraktionschef Lasse Petersdotter widerspricht in den "Kieler Nachrichten" einem positiven Votum von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). "Daniel Günther läuft in dieser Sache in die falsche Richtung", sagte Petersdotter. "Wir müssen unsere wirtschaftliche Abhängigkeit von China reduzieren." Es dürfe keinen Ausverkauf kritischer Infrastruktur geben.

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Ein Frachter der chinesischen Reederei Cosco am Terminal Tollerort im Hamburger Hafen. © picture alliance

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Günther: "Der Weg ist nachvollziehbar"

Am Sonntag hatte Günther in der ARD gesagt, dass der Hafen für den Norden als Arbeitgeber enorme Bedeutung hätte: "Uns in Schleswig-Holstein ist wichtig, dass der Hamburger Hafen wirtschaftlich erfolgreich ist, dass dort auch investiert wird." Cosco strebt eine Minderheitsbeteiligung an einer Tochtergesellschaft des Containerterminal-Betreibers HHLA an. "Von daher, finde ich, ist das schon nachvollziehbar - der Weg, der dort gegangen wird", sagte Günther.

Mittlerweile zeichnet sich im Streit in der Bundesregierung um einen Einstieg Coscos bei einem Containerterminal ein Kompromiss ab. Demnach soll die Beteiligung mit 24,9 Prozent kleiner ausfallen als zuvor geplant (35 Prozent).

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Ein Schiff liegt am Container-Terminal Tollerort. © picture alliance/dpa Foto: Georg Wendt

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.10.2022 | 13:00 Uhr

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