Stand: 16.03.2018 19:44 Uhr

Gründer von "Praxis ohne Grenzen" trifft Minister

Sie sollte eigentlich nur eine Übergangslösung sein: die "Praxis ohne Grenzen" in Bad Segeberg. Vor neun Jahren gründete Dr. Uwe Denker sie, um ein Problem in der Gesundheitsversorgung zu lösen: die Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung. Das betrifft zum Beispiel Selbständige, die ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr zahlen können und deshalb von Leistungen ausgeschlossen werden. Seit es die Praxis gibt, versucht Denker, sie überflüssig zu machen. Er schreibt Briefe, reist von Kongress zu Ärztetag, hält Vorträge, trifft sich mit Entscheidungsträgern. Am Freitag hat er sich mit Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP) getroffen. Das Treffen hatten sie in der NDR 1 Welle Nord Sendung Zur Sache vereinbart.

Öfter Patienten mit schweren Erkrankungen

Die wichtigste Forderung Denkers ist eine Grundsicherung für alle. Bislang hatte er mit seinem Werben keinen Erfolg. Denkers Praxiskonzept machte allerdings Schule - allein in Schleswig-Holstein gibt es sieben solcher Angebote. Die Praxen kämpfen inzwischen laut Denker mit einer neuen Entwicklung: Inzwischen kommen immer öfter Patienten mit schweren Erkrankungen - deren Behandlung teuer ist.

Denkers aktuelle Forderung: Eine Kindergrundsicherung

Und Denker wäre inzwischen schon mit weniger zufrieden. ""Ich weiß, dass die Politik immer nur in ganz kleinen Schritten vorangeht", sagte er vor dem Treffen mit Garg. Ihm präsentierte er auch seine etwas reduzierte Forderung: eine Absicherung für alle Kinder. Diese Bitte hat Garg laut Denker mitgenommen. "Er wird an kompetenter Stelle dort in Berlin auch unser Anliegen vorbringen", sagte er - das Land Schleswig-Holstein allein könne das nicht ändern. Garg selbst verwies nach dem Termin auch auf eine Initiative der FDP-Bundestagsfraktion: "Die Solo-Selbständigen zahlen einfach viel zu hohe Beiträge", sagte Garg. Die Initiative der FDP-Fraktion sieht vor, dass die Beitragsbemessungsgrenze abgesenkt wird. Die regelt, wie viel Solo-Selbständige mindestens in Krankenversicherung einzahlen müssen - unabhängig davon, wie viel sie wirklich verdienen.

 

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 16.03.2018 | 19:30 Uhr

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