Stand: 17.07.2020 14:07 Uhr

Geltinger Birk: Urlaub im Naturschutzgebiet

Fast unberührt wirkt die Landschaft in der Geltinger Birk am Ausgang der Flensburger Förde: wilde Küste, endlose Salzwiesen, eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Die Geltinger Birk ist mit einer Gesamtfläche von 773 Hektar das größte Naturschutzgebiet des Kreises Schleswig-Flensburg. Für Tourismus birgt die einzigartige Landschaft viel Potenzial.

Touristisches Projekt im Naturschutzgebiet

Wie man das Naturschutzgebiet touristisch, aber auch gleichzeitig nachhaltig nutzen könnte, haben sich Marion und Norbert Essing vor gut fünf Jahren überlegt. Sie investierten 16 Millionen Euro, um auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände am Rande der Geltinger Birk ein Feriendorf zu errichten, das Reetdorf.

Häuser sollen sich in Landschaft einfügen

Es sind 48 Häuser entstanden, die traditionell aussehen, aber modern gebaut sind: mit naturverträglichen Baustoffen und Photovoltaikanlagen. Die Nutzung von Erdwärme macht sie sogar CO2-neutral. Die Häuser sollen sich in die Landschaft einfügen - ohne geschnittenen Rasen und getrimmte Hecken. "Das kann man ja überall haben", sagt Marion Essing. "Was anderes hätte ich mir gar nicht vorstellen können." Urlaub machen mitten in der Natur - in der Geltinger Birk ist das möglich. Das Reetdorf ist zwar hochpreisig, aber offenbar auch gut gebucht.

NABU kritisiert Projekt nach wie vor

Der Naturschutzbund Schleswig-Holstein (NABU) kritisierte das Projekt zum Baubeginn und sah den Naturschutz bedroht. An dieser Einschätzung hat sich laut der Dagmar Struß, Vorsitzende des NABU Ostangeln, nach fünf Jahren nichts geändert. "Die Geltinger Birk ist mit 100.000 Touristen pro Jahr bereits überlaufen", beklagt sie. Eine Ferienhaussiedlung locke unnötigerweise noch mehr Touristen in das Naturschutzgebiet. Sie hielten sich dann teilweise nicht an die Regeln, würden ihre Hunde frei herumlaufen lassen und verbotene Zonen betreten.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 17.07.2020 | 19:30 Uhr

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