Stand: 10.12.2019 21:05 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Fliegerhorst Hohn bleibt dauerhaft erhalten

Der Standort Hohn der Bundeswehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird nicht geschlossen. Der Militärflugplatz bleibt dauerhaft für alle Luftwaffengeschwader der Bundeswehr, die ihn benötigen, erhalten. Das teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungsexperte Johann Wadephul am Dienstag mit. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe ihn am Montagabend angerufen und ihm die Entscheidung mitgeteilt. "Die Schließungspläne sind vom Tisch. Das ist eine sehr gute Nachricht", freute sich Wadephul für seinen Wahlkreis.

Günther: "Tolle Nachricht für Schleswig-Holstein"

"Rundum gelungen, ich freue mich wirklich sehr", sagte auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zu der neuen Entscheidung aus dem Verteidigungsministerium. "Wir spielen eine starke Rolle, auch innerhalb der Bundeswehr als Land Schleswig-Holstein. Wir haben eine erhebliche Personalaufstockung auch an anderen Standorten in unserem Land. Viele Schließungen, die mal beabsichtigt waren, sind jetzt zurückgedreht worden". Die Bundeswehr sei zahlenmäßig im Norden auf Dauer auch stark präsent, das sei eine tolle Nachricht für Schleswig-Holstein.

Zunächst drohte das Aus

Seit 1967 fliegt das Lufttransportgeschwader 63 (LTG 63) von Hohn aus Hilfseinsätze in der ganzen Welt. Unter anderem zwölf Transportflugzeuge vom Typ Transall sind dort stationiert. Dem Bundeswehr-Flugplatz drohte zunächst 2021 die Schließung, da die Transall-Maschinen dann ausgemustert werden. Anfang des Jahres stand fest, dass Hohn nicht ganz geschlossen werden sollte, sondern mindestens Ausweichflugplatz bleiben sollte. Am Standort in Hohn sind derzeit fast 650 Soldaten und mehr als 80 zivile Mitarbeiter beschäftigt. Nach Angaben eines Bundeswehr-Sprechers ist aber noch nicht klar, wieviele Dienstposten erhalten bleiben.

Wadephul rechnet mit mehr Arbeitsplätzen rund um Hohn

Verteidigungsexperte Wadephul geht im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein davon aus, dass die Luftwaffe den Flugplatz im nächsten Jahrzehnt mit einem neuen eigenständigen Geschwader bestücken wird. "Damit geht eine lange Hängepartie, die manchmal eine richtige Zitterpartie war, endlich zu Ende. Und zwar mit einem Happy End für den Standort und die Region", so Wadephul. Das nutze auch der Wirtschaft in der Region. Denn der Flugplatz wird laut Wadephul auch zivil genutzt. Unter anderem habe Airbus vor wenigen Wochen angekündigt, dort zukünftig ein Servicecenter für unbemannte Fluggeräte aufzubauen. Auch das könnte laut Wadephul weitere Arbeitsplätze schaffen.

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In zwei Jahren, wenn der Flugzeugtyp Transall ausgemustert wird, sollte zunächst Schluss sein. Doch jetzt hat sich die Bundeswehr anders entschieden. Hohn soll dauerhaft erhalten bleiben.
Wichtiger Standort aufgrund der sicherheitspolitischen Lage

Angesichts der sich seit Jahren verschärfenden sicherheitspolitischen Lage - gerade auch im Ostseeraum - sei heute jeder Hochwertstandort für die Bundeswehr wichtig. Und Hohn mit seiner großen Rollbahn und der dazugehörigen Infrastruktur sei ein solcher Standort, erklärte Wadephul: "Durch den Erhalt Hohns hat die Luftwaffe jetzt die strategisch günstig zwischen Nord- und Ostsee gelegene Basis, um die nötigen Ausweichkapazitäten beispielsweise für die Verbände in Jagel aufzubauen, neue Systeme zu stationieren und insgesamt wieder zu wachsen." Zugleich bleibe ein traditionsreicher Standort erhalten.

Auch Kaserne in Alt Duvenstedt bleibt

Bereits in diesem Jahr entschied die Verteidigungsministerin, dass entgegen ursprünglicher Planungen der Standort Alt Duvenstedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde nicht geschlossen wird. Die Hugo-Junkers-Kaserne, in der das LTG 63 stationiert ist, soll künftig gemeinsam von Marine und Heer genutzt werden. 120 Dienstposten sollten dauerhaft stationiert werden.

Verlängerung für Meierwik-Kaserne in Glücksburg

Wie die Bundeswehr am Dienstag mitteilte, werden bundesweit sechs weitere Liegenschaften länger genutzt, als bislang geplant. So wird die Meierwik-Kaserne in Glücksburg (Kreis Schleswig-Flensburg) erst voraussichtlich 2025 geschlossen, bis die notwendige Infrastruktur in Rostock geschaffen ist. Eigentlich sollten die rund 400 Soldatinnen und Soldaten 2022 nach Rostock ins neue Marinekommando umziehen.

Zudem bekommt die Marine in Kiel "Zuwachs". Die bislang in Rostock stationierten Tender Elbe und Donau werden an den Standort als Heimathafen verlegt. Dafür erhält Warnemünde fünf neue Korvetten vom Typ K130.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.12.2019 | 13:00 Uhr

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