Eine recycelte Sportmatte des Startups "land & sea" liegt zusammengerollt auf einem Tisch © NDR

Das zweite Leben des Neoprenanzugs - als Sportmatte

Stand: 04.06.2021 05:00 Uhr

Wenn Neoprenanzüge kaputtgehen, bleibt Wassersportlern eigentlich nichts anderes übrig, als sie wegzuschmeißen. Zwei Firmengründerinnen aus Kiel wollen das ändern - und die Neos recyceln.

Neoprenanzüge haben eine ungefähre Lebensdauer von maximal fünf Jahren. Dann landen sie im Müll - und sind nicht biologisch abbaubar. Dorothea Swane und Sophie Schlünsen aus Kiel hatten deshalb die Idee, aus alten Neoprenanzügen recyclebare Sportmatten herzustellen. "So kaputt wie möglich ist natürlich das Beste, dadurch dass der Neo gar keinen Gebrauch mehr hat, und dann können wir dem einfach noch ein zweites Leben schenken", sagt Schlünsen.

Ein Netzwerk entsteht

Das Prinzip ist einfach: Ausgediente Neos werden an Sammelstellen, zum Beispiel in Läden, gespendet. Die Gründerinnen sammeln sie dort ein und entfernen in ihrer Werkstatt Reißverschlüsse, Klett und andere Hartteile. Das Schreddern und Pressen muss allerdings eine Produktionsfirma übernehmen - und das kostet Geld, das die beiden Gründerinnen erst noch auftreiben müssen.

Swane und Schlünsen haben sich deshalb in einem ersten Schritt Unterstützung gesucht und um Förderprogramme bemüht. "Wir haben geguckt, was passt zu uns. Wir hatten Glück und durften unsere Idee vorstellen. Das Netzwerk kommt, desto mehr Leute unsere Idee kennenlernen", erklärt Schlünsen.

Crowdfunding soll 20.000 Euro bringen

Für den Start ihrer Produtkion fehlen aber immer noch rund 16.000 Euro. Deshalb soll nun ein Crowdfunding helfen. Das Ziel: 20.000 Euro. Bis Ende Juni kann jeder spenden, der die Idee gut findet. "Wir planen schon die nächste Produktion. Dafür haben wir schon so viele Neos, dass wir locker nochmal eine Tonne zusammen haben und 300 Matten produzieren können", berichtet Dorothea Swane. Klappt es mit dem Crowdfunding, könnten die ersten Sportmatten im Herbst ausgeliefert werden. In Zukunft wollen die Kielerinnen dann auch ein System entwickeln und Matten zurücknehmen - für den Fall, dass die eines Tages mal kaputt gehen sollten. Außerdem wollen sie europaweit Sammelstellen einrichten.

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