Stand: 15.03.2020 14:53 Uhr

Coronavirus: Wirtschaft fordert "klares Signal"

Die Ausbreitung des Coronavirus hat nicht nur Auswirkungen auf Privatpersonen. Das Maßnahmenpaket der Landesregierung und die steigenden Fälle der Coronainfizierten treffen auch die Wirtschaft in Schleswig-Holstein. Nach Angaben der Arbeitsagentur waren bis Mitte vergangener Woche (12.3.) schon 20 Unternehmen in Kurzarbeit, 20 weitere hatten vorsorglich entsprechende Anträge gestellt.

"Brauchen umfassenden Rettungsschirm"

Michael Thomas Fröhlich vom Unternehmensverband Nord fordert Hilfe für die Unternehmen: "Wir brauchen das ganz klare Signal, dass in dieser Ausnahmesituation ein umfassender finanzieller Rettungsschirm für die gesamte mittelständische Wirtschaft vorhanden ist." Auch solle geprüft werden, ob sich Bund, Land oder Kommunen an den Unternehmen strategisch beteiligen könnten.

Der Bundesverband des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) fordert ein sofortiges Nothilfeprogramm. Seine Mitglieder hätten nach eigenen Angaben schon in der vergangenen Woche (12.3.) mit Umsatzeinbußen von bis zu 80 Prozent kämpfen müssen.

Steuerliche Hilfen in Aussicht gestellt

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hatte am Freitag steuerliche Hilfen in Aussicht gestellt. Sie erklärte, dass ein Nachtrag auf den Weg gebracht worden sei. In einem ersten Schritt habe die Landesregierung beschlossen, Unternehmen die Möglichkeit der zinslosen Stundung zu geben. Am Geld werde das Vorgehen nicht scheitern, so Heinold.

Außerdem vereinbarte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) zusammen mit der Investitionsbank (IB.SH), der Bürgschaftsbank und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft ein Stabilitätspaket für die Wirtschaft. Es soll erweiterte Kreditmöglichkeiten beinhalten.

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Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in SH: Videos, Infos, Hintergründe

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.03.2020 | 15:00 Uhr

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