Corona: Ahrensburg will Einzelhändler unterstützen

Stand: 29.09.2020 16:16 Uhr

Corona hat auch den Einzelhändlern in Ahrensburg (Kreis Stormarn) zugesetzt - viele verkaufen weniger. Deswegen hat die Stadt jetzt beschlossen, ein sogenanntes Stadtgeld auszuzahlen.

Einmalig 30 Euro bekommt jeder erwachsene Bürger, 50 Euro gibt es für jeden unter 18 Jahren. Alles in Gutscheinform. Die Bedingung der Gutscheine: Das Geld soll bei lokalen Händlern ausgegeben werden. Insgesamt will die Stadt für die Gutscheine rund 1,3 Millionen Euro bereitstellen, finanziert aus Steuereinnahmen. "Wir wollen den Einzelhandel unterstützen. Und wir wollen, dass die Ahrensburger wieder lernen, in die Innenstadt zu gehen, um dort auch zu konsumieren", sagte der Stadtverordnete Christian Schubbert (Grüne).

Händler selbst sind mit Stadtgeld unzufrieden

Kritik an dem neuen Stadtgeld gibt es aber ausgerechnet von den Händlern selbst, zum Beispiel von Ulrike Nelkowski. In ihre Boutique kommen an manchen Tagen nur noch drei Kunden. Seit Corona macht sie nach eigenen Angaben 20 Prozent weniger Umsatz. Viele der Händler sind im Stadtforum organisiert. Sie stören sich vor allem daran, dass die Politiker sie nicht beteiligt haben. Dazu heißt es von den Stadtverordneten, sie wollten möglichst schnell helfen. Außerdem habe man im Stadtforum Bedenken, dass das Geld bei jenen ankomme, die es auch tatsächlich benötigen, so Andreas Werning, der stellvertretende Vorsitzende.

Gutscheine können ab Januar eingelöst werden

In Städten wie Marburg etwa wurde der Einzelhandel durch ein Stadtgeld kräftig angekurbelt. Die Stadtverordneten in Ahrensburg rechnen mit etwa drei Millionen Euro Mehreinnahmen durch das Stadtgeld. Denn Kunden würden immer ein bisschen mehr ausgeben als nur die Gutscheine - so die Annahme.

Voraussichtlich ab Mitte Januar sollen Kunden mit den Gutscheinen bezahlen können. Der Geldwert nicht eingelöster Gutscheine soll für soziale Zwecke gespendet werden.

Weitere Informationen
Ein Schild mit dem Wort "geschlossen" hängt hinter einer Glastür. © photocase Foto: axelbueckert

Droht Pleite-Welle im Einzelhandel?

Während sich die Gastro-Branche wieder erholt, sieht es im Einzelhandel düster aus. Der Handelsverband Nord befürchtet, dass ein Drittel aller Läden im Herbst insolvenzgefährdet ist. mehr

Blick auf die Fußgängerzone von Kappeln © imago/BildfunkMV

Corona: 1,3 Milliarden Euro weniger Umsatz im Einzelhandel

Die gesamten wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Krise sind noch nicht absehbar. Aber: Laut Einzelhandelsverband liegen die Umsatzeinbußen in SH schon jetzt bei 1,3 Milliarden Euro. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.09.2020 | 19:30 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Daniel Günther steht an einem Pult im Landeshaus SH. © NDR

Regierungserklärung von Günther: "Das sind vier harte Wochen"

Der Ministerpräsident sagte, das Land müsse jetzt maximal kompromissbereit sein. Oppositionsführer Stegner kritisiert eine "Kehrtwende". mehr

Ralf Stegner steht an einem Pult im Landeshaus SH. © NDR

Jetzt live: Aussprache im Parlament nach Regierungserklärung

Nach der Regierungserklärung von Ministerpräsident Günther zum Teil-"Lockdown" übertragen wir die Aussprache im Landtag. Video-Livestream

Blick von Hinten auf zwei Personen, die vor einem Gebäude mit dem Logo der Agentur für Arbeit stehen. © picture alliance Foto: Carsten Rehder

Arbeitsmarkt trotz Corona weiter leicht entspannt

Die Zahl der Arbeitslosen im Norden ist im Oktober erneut gesunken. Corona-bedingt liegen die Werte aber höher als 2019. mehr

Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt für einen Corona-Test einen Abstrich von einer Frau © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Höchststand: 280 neue Corona-Infektionen in SH

Seit Beginn der Pandemie sind in Schleswig-Holstein 7.499 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. mehr

Videos