Stand: 13.05.2019 05:00 Uhr

Batteriekraftwerk in Bordesholm ans Netz gegangen

Bei einem Blackout soll in Bordesholm zukünftig das Licht anbleiben. Am Montag ist ein Batteriekraftwerk der Bordesholmer Versorgungsbetriebe ans Netz gegangen. Das kann Strom aus erneuerbaren Energien abgeben und speichern. Laut Frank Günther, Chef der Versorgungsbetriebe, springt das Batteriekraftwerk im Ernstfall sofort an: "Es übernimmt die Versorgung aller rund 7.500 Einwohner, wenn das öffentliche Stromnetz ausfallen würde. Wir nennen das Inselnetzbetrieb herstellen."

Frank Günther von den Versorgungsbetrieben Bordesholm.

Bordesholm: Batteriekraftwerk geht in Betrieb

Schleswig-Holstein Magazin -

In Bordesholm ist ein Batteriekraftwerk mit 48.000 Batterien ans Netz gegangen. Es wird durch eine Biogasanlage gespeist und ist in der Lage, Strom zu speichern und nach Bedarf abzugeben.

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Beim Umschalten soll es nicht mal flackern

Das Batteriekraftwerk hat eine Leistung von zehn Megawatt, in Spitzenzeiten braucht ganz Bordesholm 4,5 Megawatt. "Das ist meistens vor Weihnachten der Fall, wenn alle Plätzchen backen", sagt Frank Günther. Tatsächlich soll dieser Ernstfall Mitte August getestet werden. Frank Günther: "Dann schneiden wir uns von der öffentlichen Stromversorgung ab und dann wird das Batteriekraftwerk einspringen. Mein Tipp ist, dass das die Bordesholmer nicht merken werden." Nicht mal ein Flackern wird es geben, sagt Günther.

Ein emissionsfreies Kraftwerk

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Das Batteriekraftwerk wird mit Strom aus der Umgebung gespeist.

Das Batteriekraftwerk wird laut Günther aus Photovoltaik-Anlagen in der Umgebung, einer Biogasanlage und aus Blockheizkraftwerken gespeist. Im Ernstfall werden die Bordesholmer also mit 100 Prozent erneuerbaren Energien versorgt. Das System in Bordesholm ist laut Günther in der Form europaweit einmalig.

"Batteriekraftwerke können Kohlekraftwerke ersetzen"

Zehn Millionen Euro hat das Batteriekraftwerk gekostet, 1,5 Millionen Euro gab es von der EU dazu. Nun sind die Bordesholmer im Falle eines Blackouts unabhängig und haben umweltfreundlichen Strom. Wenn noch viel mehr Gemeinden so einen Batteriespeicher hätten, dann könne man ganze Regionen oder auch ganz Schleswig Holstein so versorgen, meint Günther. "Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke könnten wir abstellen. Das Batteriekraftwerk ist emissionsfrei, effizienter und auch günstiger."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.05.2019 | 08:00 Uhr

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