Die Sonne scheint auf den Eingangsbereich am Landgericht Kiel. © picture alliance/dpa Foto: Frank Molter

Anti-AfD-Demonstranten angefahren: Anklage gegen Autofahrer

Stand: 30.06.2021 13:29 Uhr

Der 19-jährige Autofahrer soll im Oktober 2020 drei Demonstranten in Henstedt-Ulzburg angefahren und verletzt haben. Die Kieler Staatsanwaltschaft hat nun Anklage erhoben.

Gegen den jungen Autofahrer bestehe der Tatverdacht eines versuchten Totschlags in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der damals 19-Jährige soll am Rande einer Demonstration in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) absichtlich mit seinem Auto auf den Bürgersteig in eine Menschengruppe gefahren sein und einen Mann schwer verletzt haben, so die Staatsanwaltschaft. Sie geht davon aus, "dass der Angeschuldigte in der Absicht gehandelt hat, einen Unglücksfall herbeizuführen und dabei jedenfalls billigend in Kauf genommen hat, dass die von ihm angefahrenen Personen auch tödlich verletzt werden können".

Zulassung der Anklage vor Jugendkammer noch nicht entschieden

Die Behörde verwies auf eine Vielzahl von Zeugenaussagen sowie das Gutachten eines Unfallsachverständigen. Das Landgericht Kiel hat noch nicht über die Zulassung der Anklage gegen den zur Tatzeit 19-Jährigen vor der Jugendkammer entschieden.

Widersprüchliche Darstellungen zu Geschehen

Etwa 200 Menschen hatten zunächst friedlich unter dem Motto "Keine AfD in Henstedt-Ulzburg" demonstriert. Anlass war ein Treffen der Partei im Bürgerhaus. Die Stimmung kippte, als am Rande der Demonstration Anhänger der rechten und der linken Szene aneinander gerieten. Es kam zu Pöbeleien und Handgreiflichkeiten, die Polizei gab einen Warnschuss ab. Der Staatsschutz hatte nach dem Vorfall die Ermittlungen übernommen. Zu dem Geschehen selbst hatte es im Nachgang widersprüchliche Darstellungen gegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.06.2021 | 14:00 Uhr

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