Stand: 23.08.2018 11:57 Uhr

Ahrensburger züchten neues Saatgut für Gemüse

Konventionelles Saatgut von einem der großen Hersteller bringt Gemüse-Bauern viel Ertrag - und sichert eine gute Ernte. Meist benötigen diese Pflanzen aus dem sogenannten Hybrid-Samen allerdings viel Dünger und Pestizide. Und vor allem muss das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden, denn die Pflanzen keimen nicht oder verändern sich. Agraringenieurin Christina Henatsch aus Ahrensburg (Kreis Stormarn) ist von diesem Konzept nicht überzeugt. Sie stört die Abhängigkeit von den großen Herstellern, die nach ihren Angaben meist auch Verbindungen hätten zu Pestizid- und Düngemittel-Produzenten.

Es geht um Widerstandsfähigkeit, Aussehen und Geschmack

Außerdem ist Henatsch vom Geschmack nicht überzeugt - zu fade, zu wenig Art-typisch. Sie will zu dem Saatgut Alternativen anbieten und züchtet seit 16 Jahren im Auftrag des Vereins Kultursaat ihr eigenes für den biologisch-dynamischen Gemüseanbau. Auf ihrem Forschungsacker und in den Gewächshäusern entwickelt sie eigene Saaten von Mangold, Kohl, Bohnen, Salat und Tomaten. Sie selektiert nach Widerstandsfähigkeit, Aussehen, Farbe und Geschmack. Jahr für Jahr entwickelt sie die Saaten weiter und wählt gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen die besten aus.

Saatgut braucht schon mal 20 Jahre bis zur Zulassung

Bislang haben Henatsch und die anderen Züchter des Vereins 50 nachbaufähige Saaten gezüchtet. Sie selbst hat bisher zehn neue Sorten für den Markt registrieren lassen. Den Marktanteil des Vereins schätzt sie auf 0,1 Prozent. Die Zulassung dauert, wie Henatsch erklärt: "Bis es fertig ist braucht es einfach sieben Generationen", sagt sie. Bei einer einjährigen Kultur wie bei der Tomate dauere das also sieben Jahre, bei einer zweijährigen 14 Jahre. "Bis das Saatgut dann durch alle Prüfungen und Anmeldungen durch ist, ist man 20 Jahre beschäftigt", sagt Henatsch.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 22.08.2018 | 19:30 Uhr

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