Drei junge Menschen stehen neben einem Banner des MUNOL-Kongress. © NDR Foto: Milad Kuhpai

25 Jahre Uno-Simulation: Ein Hauch von Weltpolitik in Lübeck

Stand: 30.05.2022 19:23 Uhr

Seit 25 Jahren gibt es in Lübeck die jährlich stattfindende Konferenz Munol - Model United Nations of Lübeck. In dieser Woche sind wieder rund 450 Schülerinnen und Schüler aus ganz Europa in die Thomas-Mann-Schule gekommen.

von Milad Kuhpai

Eine Woche lang wird argumentiert, diskutiert und gestritten. Ganz so, wie bei den Vereinten Nationen in New York. Bis zum Sonnabend weht dank der Munol in Lübeck ein internationaler Hauch durch die Hansestadt. Auch wenn sich die Schülerinnen und Schüler nur in Weltpolitik üben.

Was ist Munol?

Munol ist eine Simulationskonferenz, bei der Schüler über aktuelle politische Themen miteinander diskutieren - nach dem Vorbild der Vereinten Nationen (Uno) in New York. "Es läuft meistens so ab, dass sich die Schülerinnen und Schüler an die Lehrkräfte der Schulen wenden", sagt Mert Tut, Conference Manager.

"Meistens gibt es Debattierclubs, in denen sie sich vorher engagiert haben. Dann wenden sich die Lehrer an uns, die Conference Manager, und wir führen den Registrationsprozess durch." Voraussetzung seien allerdings gute Englischkenntnisse, da die Konferenz komplett auf Englisch stattfindet.

"Issues of the Agenda" - Die Themenauswahl

Die Themen heißen "Issues on the agenda". Diese werden in verschiedenen Gremien diskutiert. Jedes Gremium hat einen bestimmten Bereich, den es abdeckt. "Zum Beispiel den Sicherheitsrat, der sich um alle Fragen der Sicherheit kümmert", erzählt Lasse Parlowsky, Secretary General von Munol.

"Da gibt es eben zu jedem Komitee drei Themen, die vorher ausgewählt werden. Zu diesen Themen schreiben dann die Leiter der Debatte sogenannte Research Reports. Sozusagen Aufsätze über die jeweiligen Themen, wo im Detail recherchiert wird", erklärt Lasse Parlowsky. Anschließend schauen sich die Delegierten dieses Papier gemeinsam an. Zusammen mit eigener Recherche aus dem Internet können sie sich dann die Meinung ihres eigenen Landes dazu ableiten.

Vorbereitung beginnt ein halbes Jahr vorher

Da die Vorbereitungen schon im vergangenen Jahr begonnen haben, wurden zunächst Themen ausgewählt, die zum damaligen Zeitpunkt aktuell waren. Beispielsweise die Übernahme der Taliban in Afghanistan. "Dann gibt es aber auch Umweltthemen, zum Beispiel wie man die Plastikverschmutzung in den Meeren stoppen könnte. Es geht auch um territoriale Konflikte wie die im südasiatischen Meer", schildert Lasse Parlowsky.

Und natürlich müssen die Teilnehmer auch spontan reagieren. Im Laufe der Zeit wurden Themen umgeschrieben, sodass jetzt auch über den Krieg in der Ukraine gesprochen wird. Generell orientiert sich die Veranstaltung dabei am Conference Theme - dem Thema der Konferenz. Das ist in diesem Jahr "Verantwortungsvolles Produzieren und verantwortungsvolles Konsumieren". "Anhand dieses Themas hangeln wir uns entlang und gestalten danach die Konferenz, und so eben auch die Themen", sagt Lasse Parlowsky.

Warum Munol so wichtig ist

Das Tolle an Munol sei, dass man Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern kennenlernt und die Englischkenntnisse aus dem Unterricht praktisch anwenden kann, sagt Conference Manager Mert Tut.

"Dazu gehört auch - und das ist aber etwas, was man im Nachhinein wertschätzen lernt - die Bildung, die man daraus mitnehmen kann über Demokratie", sagt Lasse Parlowsky. Die Teilnehmer bekämen durch den Kongress ein tiefes Verständnis für Politik und warum Themen in der Welt nicht so einfach zu lösen sind.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 30.05.2022 | 19:30 Uhr

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