Luca-App auf einem Mobiltelefon © neXenio/Luca-App

Vertrag für Luca-App steht: Testphase startet Anfang April

Stand: 26.03.2021 18:04 Uhr

Die Luca-App soll in Niedersachsen fester Bestandteil in der Öffnungsstrategie für Gastronomie, Kultur und Handel werden. Mit ihrer Hilfe können Behörden Kontakte von Corona-Infizierten nachverfolgen.

Am 6. April soll der Service in ersten Kommunen als dreiwöchiger Modellversuch starten. "In spätestens einem Monat sollen sämtliche 43 Gesundheitsämter in Niedersachsen an das Luca-System angeschlossen sein", teilte das Innenministerium mit. Das Land habe mit dem Anbieter am Freitag einen Vertrag über ein Jahr abgeschlossen. Die Kosten dafür liegen laut Behörde - inklusive der Nebenkosten - bei rund drei Millionen Euro.

Modell-Kommunen: Entscheidung bis zum Wochenende

Geplant ist, mit der Luca-App und Schnelltests einen Rahmen zu finden, um nach und nach Corona-Maßnahmen zurückzunehmen. Von dem Projekt könnten neben dem Einzelhandel die Außengastronomie, Kultureinrichtungen wie Theater und Kinos sowie Fitnessstudios profitieren, sagte Jörg Mielke, Chef der niedersächsischen Staatskanzlei, am Donnerstag. Welche Kommunen an der Testphase teilnehmen, werde bis Sonnabend entschieden. Einerseits gebe es die Überlegung, pro Gesundheitsamt nicht mehr als eine Kommune auszuwählen. Andererseits könnte man sich möglicherweise beispielhaft für Kommunen mit unterschiedlicher Größe und Inzidenz entscheiden.

Anbindung an Gesundheitsämter ist im Gange

Mit der Luca-App soll die Kontaktnachverfolgung in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich verbessert werden. Der Nutzer oder die Nutzerin registriert sich beispielsweise bei einem Restaurantbesuch, indem er oder sie einen QR-Code scannt. Beim Verlassen checkt die Person wieder aus. Stellt sich heraus, dass sich zur gleichen Zeit eine mit Corona infizierte Person in der Nähe befunden hat, werden die Daten an das Gesundheitsamt übermittelt und dort ausgelesen. Das Vorgehen funktioniert auch im privaten Bereich. Mehrere Kommunen seien bereits angebunden beziehungsweise befinden sich in der Anbindungsphase an die lokalen Gesundheitsämter, wie eine Sprecherin des Betreibers gegenüber dem NDR in Niedersachsen in der vergangenen Woche mitteilte.

Langenhagen meldet gute Erfahrungen

Langenhagen in der Region Hannover hat zuletzt in einem Test überwiegend gute Erfahrungen mit der App gemacht. Ein Stadtsprecher hatte gegenüber dem NDR ein positives Zwischenfazit gezogen: "Bisher haben wir nur positive Erfahrungen gesammelt und positives Feedback erhalten." Auch die Rückmeldungen von Bürgern und von Langenhagener Unternehmen seien gut.

Betreiber sieht Datenschutz gewährleistet

Die Luca-Macher versprechen höchste Datensicherheit, weil die dezentral gespeicherten Nutzerdaten nur von den Gesundheitsämtern, nicht aber von den Gastgebern, der App oder Dritten ausgelesen werden könnten. "Wir haben frühzeitig die Datenschützer mit ins Boot geholt - es hilft ja niemandem etwas, wenn wir erst etwas entwickeln, das von den Datenschützern so nicht abgenickt wird", sagte Patrick Hennig, CEO des Betreibers neXenio.

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Eine Kundin scannt im Modehaus Nikolaus in Rostock den QR-Code der Luca-App zur Kontaktnachverfolgung. © dpa bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Coronavirus: Hoffnung durch die Luca-App?

Erste Kommunen in Niedersachsen setzen auf die neue App. Doch was sagen Datenschützer und Gesundheitsministerium? (18.03.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.03.2021 | 14:00 Uhr

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