An einem Geschäft hängt ein Zettel mit der Aufschrift: "Zutritt bitte nur mit 2G" © IMAGO / Seeliger Foto: Seeliger

Verschärfte Corona-Regeln treten am Sonntag in Kraft

Stand: 10.12.2021 16:54 Uhr

Niedersachsen justiert seine Corona-Verordnung erneut nach. Die anstehenden Änderungen erschweren vor allem ungeimpften Menschen das tägliche Leben. Aber auch die Maskenpflicht wird strenger.

Die Landesregierung hat bereits im Vorfeld einen Ausblick auf die geplante, neue Verordnung gegeben. Sie soll laut Staatskanzlei ab Sonntag gelten - wegen einer Änderung zur 2G-Plus-Regel bei körpernahen Dienstleistungen einen Tag später als ursprünglich angekündigt. Mit der Verordnung will Niedersachsen im Wesentlichen die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz aus der vergangenen Woche umsetzen. Auch die Warnstufe 3 soll dann konkretisiert werden. Dafür hat der Landtag am Dienstag den Weg frei gemacht.

Die Eckpunkte der geplanten Änderungen ab Sonnabend:

  • 2G im Einzelhandel: Wer nicht geimpft oder nachweislich von Covid-19 genesen ist, hat dann zu Geschäften in Niedersachsen keinen Zutritt mehr. Ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte und Apotheken. Auf diesen 2G-Beschluss für den Einzelhandel hatten sich Bund und Länder bereits in der vergangenen Woche verständigt, bislang war allerdings unklar, ab wann dies im Land gilt.
  • Verschärfte Maskenpflicht: Ab Warnstufe 2 soll überall im Einzelhandel eine strenge Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske kommen. Auch in Bussen und Bahnen würden einfache OP-Masken nicht mehr ausreichen, wenn die Corona-Verordnung wie vorgesehen geändert wird.
  • Strenge Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte: Ein Haushalt soll sich nur noch mit zwei weiteren Personen aus einem anderen Haushalt treffen dürfen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit, Kindergeburtstage sollen so weiter möglich sein.

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Was in Warnstufe 3 gilt:

  • Weihnachtsmärkte, Discos und Messen müssen schließen: Das soll sowohl bei Warnstufe 3 gelten, als auch in regionalen Hotspots - also etwa in Landkreisen, in denen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 350 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnenden binnen einer Woche vorliegt.
  • Private Zusammenkünfte: Hier ist vorgesehen, dass sich Geimpfte und Genesene nur noch mit maximal 50 Personen drinnen und 200 Personen draußen treffen dürfen. Das soll ebenfalls in regionalen Hotspots gelten.
  • Veranstaltungen bei Warnstufe 3 und in Hotspot-Regionen: Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske, drinnen und draußen und auch im Sitzen. Auch an der frischen Luft soll die Vorgabe 2G-Plus greifen. Das würde heißen: Alle, die noch nicht "geboostert" oder nach zwei Impfungen eine Infektion durchgemacht und davon genesen sind, bräuchten auch bei Veranstaltungen im Freien einen negativen Testnachweis. Gleichzeitig wären nur noch Veranstaltungen mit maximal 500 Personen erlaubt.

Strenge Regeln für Zusammenkünfte

Veranstaltungen sollen aber generell bald schon kleiner werden. In Warnstufe 2, die in Niedersachsen mit wenigen Ausnahmen bereits gilt, wird die Anzahl der Besucherinnen und Besucher auf 2.500 drinnen beziehungsweise 5.000 draußen begrenzt. In Warnstufe 1 und darunter dürfen - so der Plan - nur noch bis zu 5.000 Menschen drinnen und 10.000 Menschen draußen zusammenkommen. Und das auch nur, wenn sehr viel Platz ist. Denn laut Staatskanzlei ist auch vorgesehen, dass ab 2.500 Menschen drinnen oder 5.000 draußen die Auslastung der Fläche oder des Raumes auf 30 Prozent begrenzt wird.

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Ausnahmen von der 2G-Plus-Regel

Wer bereits eine Auffrischungsimpfung (Booster) bekommen hat, soll nach den Plänen der Landesregierung von der bereits geltenden 2G-Plus-Regel etwa bei Veranstaltungen ausgenommen werden, also keinen Test mehr benötigen. Dasselbe gilt laut Staatskanzlei für doppelt Geimpfte, die einen Impfdurchbruch hatten und genesen sind. Auch Gastronomen sollen die Möglichkeit bekommen, auf zusätzliche Testnachweise von ihren Kundinnen und Kunden zu verzichten, wenn nur 70 Prozent der Kapazitäten genutzt werden. Das soll auch gelten, wenn in einem kleinen Betrieb nur ein Kunde und ein Mitarbeitender zusammenkommen. Für den Hallensport soll die Möglichkeit eingeräumt werden, bei einer Begrenzung auf zehn Quadratmeter pro Sportler ebenfalls auf Tests zu verzichten.

Dehoga: "Chance fürs Weihnachtsgeschäft"

Beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Niedersachsen stoßen die geplanten Erleichterungen bei der 2G-Plus-Regel auf Zustimmung. Dehoga-Chef Rainer Balke sagte, viele Betriebe hätten nun die Möglichkeit, das Geschäft an Weihnachten und Silvester zumindest in Teilen wieder reinzuholen. Wegen der verschärften Pandemie-Bestimmungen waren viele Essen und Feiern im November abgesagt worden. Nun könne sich jeder Betrieb entscheiden, so Balke. Entweder für weniger Gäste, die dann aber keinen Extra-Test bräuchten. Oder aber für einen voll ausgelasteten Betrieb nach 2G-Plus-Regeln.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.12.2021 | 08:00 Uhr

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