Ein Mitarbeiter entfernt eine Schutzfolie vom VW-Logo am Montageband für die Produktion des Elektroautos ID.3. © dpa - Bildfunk Foto: Jens Büttner

VW will Elektro-Anteil bis 2030 auf 70 Prozent verdoppeln

Stand: 05.03.2021 20:36 Uhr

Volkswagen will bei seiner Flotte reiner E-Fahrzeuge mehr Tempo machen. Bis 2030 soll der Anteil reiner E-Autos am Absatz in Europa "auf über 70 Prozent" steigen.

Dies stelle eine Verdoppelung gegenüber der bisherigen Planung von 35 Prozent dar, teilte Kernmarken-Chef Ralf Brandstätter am Freitag in Wolfsburg mit. VW hatte einen solchen Schritt bereits im Rahmen seiner Strategieplanung bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts angekündigt.

Volkswagen plant parallel neue Verbrenner

Angesichts des EU-Ziels, den Treibhausgas-Ausstoß in den kommenden zehn Jahren um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken, müssen etliche Autohersteller ihre eigenen Vorgaben noch einmal nacharbeiten. Der VW-Konzern wird für etwa ein Prozent aller CO2-Emissionen weltweit verantwortlich gemacht. Anders als etwa Volvo, Jaguar, Ford oder General Motors haben die Wolfsburger noch kein festes Datum für einen Abschied vom Verbrenner genannt. "Wir brauchen den Verbrenner noch auf bestimmte Zeit - aber so effizient wie möglich", erklärte Brandstätter. Die Modelle Golf, Tiguan, T-Roc und Passat werde es auch in Zukunft mit Verbrennungsmotoren geben.

Kritik und Lob von Greenpeace

Kritik an der VW-Strategie kam von der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Volkswagen lasse etliche Fahrzeuge zunächst auch als Firmenwagen oder über die eigenen Händler zu, dies sei eine Schönung der CO2-Bilanz, so Greenpeace. Im Prinzip sei der beschleunigte E-Ausbau zwar ein Schritt in richtige Richtung, allerdings löse sich VW nicht entschlossen genug von den konventionellen Antrieben. Statt sich auf Verkaufszahlen zu konzentrieren, müsse der Konzern stärker auf Dienstleistungen wie Car- und Ridesharing setzen.

Die elektrische ID-Flotte nimmt Fahrt auf

Bei VW hatte es zunächst unter anderem geheißen, dass im Zuge der neuen E-Strategie allein im europäischen Heimatmarkt jährlich 300.000 Elektroautos der Kernmarke mehr gebaut werden müssten. Woher die dafür nötigen Batteriekapazitäten kommen sollen, wurde zuletzt noch diskutiert. In der Fertigung stellt der Konzern weitere Werke auf E-Autos um. In der zweiten Jahreshälfte 2021 startet VW nach dem bereits seit Herbst 2020 lieferbaren Kompaktwagen ID.3 und dem SUV ID.4 dann die Limousinen/SUV-Mischung ID.5 sowie im wichtigsten Markt China den größeren SUV ID.6. In der Volksrepublik und in den USA soll der reine E-Anteil bis 2030 auf mehr als die Hälfte ansteigen.

Datengeschäft: Hoffnung auf "dreistellige Millionenbeträge"

Mit der Elektrifizierung erweitert Volkswagen auch seine Dienste rund um das Datengeschäft. Beim ID.3 etwa sollen ab dem Sommer drahtlose Software-Updates möglich sein. Die digitale Ausstattung der Fahrzeuge wird standardmäßig so ausgelegt, dass alle möglichen Funktionen grundsätzlich vorinstalliert sind und Nutzer diese dann kostenpflichtig freischalten können. Mit diesem "Geschäftsmodell 2.0" möchte VW neue Kunden gewinnen und "zusätzliche Erlösquellen" erschließen. VW-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer sagte, es sei denkbar, dass das neue Vorgehen "durchaus dreistellige Millionenbeträge in die Kassen bringen" könne. Außerdem sind neue Geschäfte rund um die Energieversorgung und das Laden von E-Fahrzeugen angedacht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 05.03.2021 | 13:00 Uhr

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