Stand: 27.11.2019 13:40 Uhr

Philologen gegen #FridaysForFuture statt Schule

Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsen spricht auf einer Bühne. © dpa Bildfunk Foto: Sina Schuldt
Philologenchef Audritz hält nichts von Demonstrieren am Freitagvormittag.

Klimaschutz oder Schulpflicht - was ist wichtiger? Die Schülerinnen und Schüler der #FridaysForFuture-Bewegung würden diese Frage wohl mit einer Gegenfrage beantworten: Warum soll ich für die Zukunft lernen, wenn ich wegen des Klimawandels vielleicht gar keine Zukunft habe? Wenn es allerdings nach dem Philologenverband Niedersachsen geht, hat die Schulpflicht klar Vorrang. Wer während der Schulzeit demonstriere, verstoße gegen die Schulpflicht, sagte der Verbandsvorsitzende Horst Audritz am Montag beim Philologentag in Goslar. Er meint damit die seit einem Jahr regelmäßig freitags in vielen Ländern stattfinden Schüler-Demos, die sich für eine bessere Umweltpolitik starkmachen.

"Keine Sonderrechte herausnehmen"

Audritz begrüße zwar das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Allerdings dürften sie sich keine Sonderrechte herausnehmen und einen Schultag auf Dauer zum schulfreien Tag erklären.

Jede Schule entscheidet für sich

Die Schulen im Land gehen in der Praxis offenbar ganz unterschiedlich mit dem Phänomen der Freitagsdemonstrationen um: Während in einigen, wie Schüler berichten, sogar im Unterricht Protestplakate gemalt werden, werten andere die Demo-Teilnahme als unentschuldigtes Fehlen. Und auch das Kultusministerium sagt: Schulleiter und Lehrer sollten vor Ort entscheiden. Wenn Schüler im Pflichtunterricht nicht anwesend seien, müsse das von den Lehrkräften entsprechend vermerkt werden. Gleichwohl hatte Minister Grant Hendrik Tonne (SPD) betont: Es sei richtig und wichtig, wenn Schüler sich engagierten. "Wir wollen kritische Schülerinnen und Schüler, die sich mit gesellschaftlichen Fragen beschäftigen."

Landesschulbehörde: Demo rechtfertigt kein Fernbleiben

Eine Demonstration rechtfertigt laut Landesschulbehörde kein Fernbleiben vom Unterricht, "so lange das mit der Demonstration verfolgte Anliegen nicht weniger nachhaltig auch außerhalb der Unterrichtszeit verfolgt werden kann". Ob die Botschaft der Freitags-Demos ebenso schlagkräftig wäre, wenn diese am Nachmittag stattfänden, dürften die Teilnehmer bestreiten: Soll doch gerade die Aktion "Klima-Demo statt Schule" zeigen, wie ernst die Schüler die Bedrohung ihrer Zukunft nehmen.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 27.11.2019 | 18:00 Uhr

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