Stand: 13.10.2018 09:32 Uhr

Niedersachsen will Gleise sicherer machen

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Sichten den Bestand: Jürgen Harm (links), Baumkontrolleur der Bahn, und Matthias Häckl, Forstingenieur, begutachten Bäume in einem Forst neben einer Bahnstrecke.

Bäume stürzen auf Gleise, Äste reißen Oberleitungen nieder - Bahnverkehr und Fahrgäste leiden bundesweit unter Sturmschäden. Die niedersächsische Landesregierung arbeitet nun an der Verkehrssicherheit von Bahntrassen. Gemeinsam mit Deutscher Bahn, Naturschutz- und Waldbehörden erstellt das Wirtschafts- und Verkehrsministerium derzeit einen Leitfaden für ein dauerhaftes Vegetationsmanagement rund um Gleisanlagen. Dadurch soll der Betrieb sturmsicherer gemacht werden. Das Konzept soll bis Jahresende im Landtag vorgestellt werden.

Bundesweit 1500 Ausfälle im Fernverkehr durch Sturmschäden

Allein 2018 habe es durch die Sturmtiefs "Burglind", "Friederike" und "Nadine" bundesweit mehr als 1500 Ausfälle im Fernverkehr gegeben, teilte die Landesregierung in Hannover auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion mit. Auch die Bahn beobachtet die Zunahme der Auswirkungen von Extremwetterlagen auf den Schienenverkehr mit Sorge. Unwetter verursachen neben Ausfällen schwere Schäden an der Verkehrsinfrastruktur. Diese gingen in die Millionen. Im Januar 2018 stellte die Bahn den Aktionsplan Vegetation vor, mit der sie die Stabilität des Waldbestandes an Gleisen sichern wolle.

Bahn investiert 125 Millionen Euro

Der Aktionsplan Vegetation ist eine Erweiterung bewährter Maßnahmen wie einer Rückschnittzone von sechs Metern entlang der Gleisanlagen. Seit Anfang Oktober inspizieren Förster und Fahrwegpfleger unter anderem die Strecken Hannover-Göttingen und Hannover-Bremen. Die niedersächsische Landesregierung unterstützt die Kampagne nun mit eigenen Ideen und Möglichkeiten.

Gefährliche Herbststürme in Niedersachsen

Niedersachsen Vorreiter für bundesweites Konzept?

Der Fahrgastverband Pro Bahn lobt die Initiative. "Das bräuchten wir für alle Bundesländer - und das möglichst einheitlich und auch mit empfehlendem Charakter für private Flächen wie Wälder oder Gärten mit hohen Bäumen direkt an der Bahnstrecke", sagte Karl-Peter Neumann, Ehrenvorsitzender des Verbandes. Das Problem: Auf Privatgrundstücke, die an Gleisanlagen grenzen, hat die Bahn ohne Genehmigung keinen Zugriff. Das niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsministerium unterstütze daher eine Gesetzgebungsinitiative zur Stärkung der Eingriffsrechte, heißt es dort.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 12.10.2018 | 17:00 Uhr

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