Die Schulranzen von Schülern einer vierten Klasse einer Grundschule sind während des Unterrichts neben den Tischen der Kinder zu sehen. © picture alliance Foto: picture alliance/dpa | Matthias Balk

Niedersachsen: Weitere Klassen zurück im Wechselunterricht

Stand: 15.03.2021 20:38 Uhr

In Niedersachsens Schulen kehrt wieder Leben ein: Seit Montag gehen auch die Jahrgänge 5 bis 7 und 12 in geteilten Klassen zur Schule - aber nicht in Kommunen, in denen die Inzidenz über 100 liegt.

Der Wechsel vom reinen Homeschooling in den abwechselnden Präsenzunterricht an den Schulen ist nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums nur dann möglich, wenn am Standort der Schule die Sieben-Tage-Inzidenz an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt. Deshalb bleibt es in einigen Kommunen vorerst beim Wechselunterricht nur für Grundschulen, Abschluss- und Abiturklassen.

Diese Schüler haben wieder Präsenzunterricht

Betroffen sind die Landkreise Wesermarsch, Vechta, Leer, Cloppenburg und Peine, ebenso die Region Hannover und die Städte Salzgitter und Osnabrück. Dort bleiben auch die Kitas im Notbetrieb. In den übrigen Kommunen sind seit Montag folgende Schüler im Präsenzunterricht nach Szenario B:

  • Schuljahrgänge 5-7 und die Abschlussklassen des Sekundarbereichs I
  • Schuljahrgänge 12 und 13 des Sekundarbereichs II, Abschlussklassen an Berufsbildenden Schulen
  • alle Jahrgänge an Förderschulen mit den Schwerpunkten geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung sowie Taubblinde
  • Tagesbildungsstätten
  • Berufseinstiegsschulen und Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf ohne Ausbildungsstelle
  • Grundschulen

Bei Grenzwertüberschreitung zurück ins Szenario C

Sollte eine Kommune künftig den Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschreiten, wechseln die Schulen wieder ins Szenario C - also reines Homeschooling. Das gilt dann laut Kultusministerium jedoch erst am übernächsten Tag, "damit Eltern und Kinder rechtzeitig informiert werden können und die notwendige organisatorische Vorbereitung geleistet werden kann", heißt es. Zudem sollen dem Ministerium zufolge "hektische Szenarienwechsel vermieden werden, wenn Landkreise oder kreisfreie Städte um die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 herumpendeln".

Sorge bei Eltern und Lehrkräften

Aufgrund der inzwischen vielerorts wieder steigenden Inzidenzwerte haben viele Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Eltern ein mulmiges Gefühl bei der Rückkehr in den Präsenzunterricht, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Denn flächendeckend wird es in den Schulen noch keine Tests geben. Zudem hat die Impfkampagne noch immer nicht das herbeigesehnte Tempo erreicht. Der Philologenverband fordert einen Kraftakt beim Infektionsschutz, wenn die Schulen dauerhaft offen bleiben sollen - auch der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte erwartet vom Land, dass es mehr tut, um die Schulen sicherer zu machen.

VIDEO: Corona kompakt: Mehr Präsenzunterricht ab Montag (2 Min)

Regelmäßige Corona-Tests für Kinder und Jugendliche erst nach Ostern

Das Kultusministerium hatte jüngst angekündigt, dass die Schulen in der Woche vor Ostern die Abläufe mit den Selbsttests proben sollen. Das Ministerium arbeitet derzeit an den Regeln, nach denen die Selbsttests für die eine Million Schülerinnen und Schüler ablaufen sollen: Wie kommen die Tests innerhalb kurzer Zeit an alle Schulen? Was müssen die Lehrkräfte beachten? Die Pläne seien fast ausgearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher dem NDR. Regelmäßige Corona-Tests für die Schülerinnen und Schüler soll es erst nach Ostern geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.03.2021 | 07:00 Uhr

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