Niedersachsen: Modellversuche trotz steigender Corona-Zahlen

Stand: 30.03.2021 20:42 Uhr

Nach Ostern sollen erste Kommunen in Modellversuchen Lockerungen mithilfe der Luca-App und Schnelltests erproben. Unterdessen gibt es eine neue Entscheidung zum AstraZeneca-Impfstoff.

"Es geht uns darum, Erkenntnisse zu gewinnen, die von der Rechtsprechung zu Recht eingefordert werden", sagte Niedersachsens Vize-Krisenstabschefin Claudia Schröder am Dienstag in Hannover bei der wöchentlichen Pressekonferenz. Anträge für Modellregionen können die Landkreise demnach noch bis Mittwochabend einreichen. Schröder rechnet mit mehreren Hundert Bewerbungen. Am Karsamstag soll dann die Entscheidung fallen und die Kommunen zeitnah informiert werden. Dabei sollen sowohl Ober-, Mittel- und Unterzentren im ganzen Land ausgewählt werden. Geplant sind dreiwöchige Versuchsphasen, die die Kommunen innerhalb von zwei Wochen auswerten sollen, so Schröder weiter.

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Ausgangssperren gegen gesellige "Kartenspiele" am Abend

Die mit der aktualisierten Corona-Verordnung einhergehenden nächtlichen Ausgangssperren ab Inzidenzwerten über 150 begründete die stellvertretende Krisenstabsleiterin mit dem Freizeitverhalten der Menschen. "Die Überlegung die der Ausgangsbeschränkung zugrunde liegt, ist schlicht die, dass es ein zunehmendes Infektionsgeschehen im privaten Bereich gibt", sagte Schröder. "Beim Kaffeetrinken am Nachmittag ist das Infektionsrisiko wahrscheinlich deutlich geringer als beim Kartenspielen am Abend in geselliger Runde - insbesondere, wenn dann Alkohol im Spiel ist." Einige Kommunen haben bereits Ausgangssperren umgesetzt, weitere dürften in den kommenden Tagen folgen. Fast überall in Niedersachsen steigen derzeit die Inzidenzwerte.

Gesundheitsminister: AstraZeneca für Menschen ab 60 Jahren

Unterdessen haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstagabend beschlossen, dass in der Regel nur noch Menschen ab 60 Jahren den Impfstoff von AstraZeneca erhalten sollen. Diese Altersbeschränkung hatte zuvor die Ständige Impfkommission (Stiko) empfohlen. Jüngere Personen aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollen sich laut dem Gesundheitsminister-Beschluss "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" aber auch weiterhin damit impfen lassen können.

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Noch keine Empfehlung für die Zweitimpfung

Hintergrund ist, dass sich bei einer geringen Zahl geimpfter Personen seltene Hirnvenenthrombosen gebildet hatten. Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen aufgetreten, die jünger als 60 Jahre waren. Noch keine Empfehlung hat die Stiko zu den Zweitimpfungen der Personen abgegeben, die bereits die erste AstraZeneca-Impfung erhalten hatten. Bis Ende April will die Stiko dazu eine Empfehlung abgeben. Entsprechend dem empfohlenen Mindestabstand von zwölf Wochen zwischen beiden Impfungen seien die ersten Zweitimpfungen Anfang Mai vorgesehen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 30.03.2021 | 19:30 Uhr

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