Stand: 23.07.2020 10:26 Uhr

Nach den Ferien gilt Maskenpflicht an Schulen

Ein Schild mit der Aufschrift "Bitte Mundschutz tragen" hängt an einer Tür. © dpa-Bildfunk Foto: Arne Dedert
Nach den Sommerferien soll in niedersächsischen Schulen in bestimmten Bereichen eine Maskenpflicht gelten. (Themenbild)

Nach den Sommerferien in Niedersachsen gilt an den Schulen mit der Rückkehr zum Regelbetrieb eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen. Darauf hat das Kultusministerium am Dienstag nochmals hingewiesen. Getragen werden sollen die Masken überall dort, wo es eng ist und der Abstand von eineinhalb Metern zu anderen Jahrgängen oder sogenannten Kohorten nicht eingehalten werden kann - in Gängen, Fluren und auch auf dem Pausenhof. Im Unterricht gilt die Maskenpflicht jedoch nicht.

Statt Abstandsgebot gilt das Kohorten-Prinzip

Um überhaupt wieder in den Regelbetrieb mit ganzen Klassen zurückzukehren, wird das Abstandsgebot zugunsten eines Kohorten-Prinzips aufgehoben. Kohorten sollten möglichst klein gehalten werden. Im Idealfall bildet laut Ministerium eine Klasse beziehungsweise eine Lerngruppe eine Kohorte. Damit werden auch wieder klassenübergreifende Kurse wie in den Fremdsprachen oder im Fach Religion möglich. Grundsätzlich umfasst aber eine Kohorte laut Ministerium maximal einen Schuljahrgang.

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Lehrer sollen auf Distanz bleiben

Lehrer sollen nach den Regelungen untereinander und zu ihren Schülern das Abstandsgebot einhalten, wo immer dies möglich ist. Wenn ein Gebäude zu enge Flure oder Gänge habe, um den Sicherheitsabstand von anderthalb Metern einzuhalten, seien außerhalb von Arbeits- und Unterrichtsräumen Masken zu tragen, sagte ein Ministeriumssprecher. Das gelte für Grundschulen genauso wie für weiterführende Schulen. Ausnahmeregelungen sind für Förderschulen vorgesehen.

Zuteilung von Pausenbereichen möglich

Möglich sei es außerdem, einzelnen Jahrgängen spezielle Pausenbereiche zuzuweisen. Bisher gab es keine vom Land verordnete Maskenpflicht an Niedersachsens Schulen, diese konnten aber eigene Regelungen treffen und haben das vielfach auch getan.

Eltern, Schüler und Lehrer für Maskenpflicht

Begrüßt werden die geplanten Regelungen von Eltern-, Schüler- und Lehrervertretern. Die Maskenpflicht sei ein probates Mittel, sagte Laura Pooth, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Florian Reetz, Vorsitzender des Landesschülerrats, sagte dem Blatt, an einer Maskenpflicht im neuen Schuljahr könne man wenig Negatives finden. Nach den Ferien ändere sich ohnehin die gesamte Situation. Es seien mehr Schüler in den Schulen. Auch die Vorsitzende des Landeselternrates, Cindy-Patricia Heine, plädierte auf Nachfrage der Zeitung ebenfalls für das Tragen von Masken. Nicht im Unterricht, aber überall dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, seien Masken "ein unbedingtes Muss".

Pläne sollen an Infektionslage angepasst werden

Das Kultusministerium hat unterdessen nochmals darauf hingewiesen, dass zwei Wochen vor Ende der Sommerferien die Pläne für den Schulstart noch einmal an die aktuelle Infektionslage angepasst werden. Das könne für die Maskenpflicht eine Lockerung oder auch eine Verschärfung bedeuten.


23.07.2020 10:00 Uhr

Hinweis der Redaktion: In der vorherigen Version dieses Artikel war von einer "allgemeinen Maskenpflicht" an Schulen die Rede. Wir haben den Text präzisiert und bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.07.2020 | 13:00 Uhr

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