Pastor Robert Vetter vor einem weihnachtlich geschmückten Trecker mit Anhänger. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Heiligabend-Gottesdienste auf dem Trecker und in der Kneipe

Stand: 25.12.2020 11:04 Uhr

Viele Kirchengemeinden in Niedersachsen haben sich in diesem Jahr kreative Formate für ihre Heiligabend-Gottesdienste ausgedacht. Denn wegen der Corona-Pandemie durfte es keine überfüllten Kirchen geben.

So ist etwa der evangelische Pastor Robert Vetter mit einem Traktor-Gespann durch die Kirchengemeinde Stuhr (Landkreis Diepholz) gezogen. Damit sich auch unter freiem Himmel nicht zu viele Menschen ansammelten, legte Vetter vier Stopps ein. Vor jeweils 60 bis 100 Menschen feierte er einen etwa 20-minütigen Weihnachtsgottesdienst. Bei jedem Stopp verlas er das Weihnachtsevangelium.

Kirchenglocken läuten aus dem Lautsprecher

Das Läuten der Kirchenglocken übertrug Vetter per Lautsprecher. Auf dem Traktor-Anhänger befand sich eine Waldhütte, eine LED-Installation der Heiligen Familie und ein Bild des Altars der Alt-Stuhrer St. Pankratius-Kirche. Auch im Freien mussten sich die Besucher der Gottesdienste an die Abstandsregeln halten und eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

"Weihnachten zu den Menschen nach Hause bringen"

Auch Pastorin Gretchen Ihmels-Albe von der evangelisch-reformierten Gemeinde Kirchborgum (Landkreis Leer) wollte "Weihnachten zu den Menschen nach Hause bringen". Wegen der Corona-Pandemie hätte sie in der Kirche nur wenige Menschen empfangen dürfen, sagte die Pastorin. Deshalb fuhr sie stattdessen ebenfalls mit einem Trecker samt Anhänger zu den Menschen nach Hause. Um größere Ansammlungen zu vermeiden, gab es jedoch keine Ansprachen. Stattdessen stellten Gemeindemitglieder, die sich als Figuren aus der Weihnachtsgeschichte verkleidet hatten, eine kleine Papiertüte mit einem Gruß vor den Haustüren ab.

Bischöfe Wilmer und Meister senden aus Kneipe

Der evangelische Landesbischof Ralf Meister und der katholische Bischof des Bistums Hildesheim, Heiner Wilmer, hatten sich für ihren gemeinsamen Gottesdienst eine Kultkneipe in Hannover ausgesucht. "So ungewöhnlich diese Zeiten sind, so ungewöhnlich wollten die beiden leitenden Geistlichen auch diesen Gottesdienst gestalten", hieß es vonseiten der Landeskirche. Die Bischöfe begründeten die Ortswahl damit, dass eine Kneipe eine Art Herberge sei. Sie hatten den etwa 15-minütigen Gottesdienst, der im Internet abrufbar ist, vorab aufgezeichnet.

Drive-in-Gottesdienst in Zeven

Zu einem Drive-in-Gottesdienst hatten die katholischen Kirchengemeinden Corpus Christi Zeven und die Gemeinde Christ König Rotenburg zusammen mit dem Zirkus Maximus eingeladen. Wer den Gottesdienst besuchen wollte, musste mit einem Auto vorfahren. Alternativ konnten die Menschen die Veranstaltung auch zu Hause per Livestream verfolgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.12.2020 | 10:00 Uhr

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