Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und  Bernd Althusmann (CDU), sitzen im niedersächsischen Landtag zusammen. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

"Gewichteter Risikowert": Weil widerspricht Althusmann

Stand: 15.03.2021 14:09 Uhr

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lehnt den Vorstoß von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zum Abrücken vom Inzidenzwert als alleinigem Kriterium für Corona-Lockerungen ab.

"Der Ministerpräsident hat sich bereits wiederholt gänzlich anders geäußert", erklärte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Montag in Hannover. "Die Infektionslage ist angespannt: Der R-Wert liegt zumeist über eins, die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen steigt bundesweit stark, auch in Niedersachsen." Das Grundproblem ist und bleibe die Zahl der Infektionen, die durch den Inzidenzwert abgebildet wird, so die Sprecherin.

Althusmann will mehr Faktoren berücksichtigen

Der Wirtschaftsminister, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist, hatte sich zuvor gegenüber der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) dafür ausgesprochen, den Inzidenzwert zu einem "gewichteten Risikowert" weiterzuentwickeln. Dabei könnte laut Althusmann etwa die Frage nach der Belegung und Kapazität der Krankenhäuser, der Alterserkrankungen und der regionalen Entwicklungen mit regionalen Hotspots einfließen. "Wenn es nach mir ginge, würde ich das Robert Koch-Institut beauftragen, einen solchen gewichteten Risikowert zu ermitteln, sodass wir mittelfristig eine Perspektive bekommen, wie wir mit der Epidemie umgehen und leben können."

Minister: "Reiseregelungen kaum erklärbar"

Althusmann sagte, dass es nachvollziehbar sein müsse, welche Freiheiten aus welchen Gründen eingeschränkt werden. "Es ist für die Niedersachsen kaum erklärbar, dass sie jetzt nach Mallorca fliegen, aber nicht im eigenen Land reisen können", sagte er der Zeitung.

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Rund zwei Wochen vor den Osterferien in den meisten Bundesländern ist Urlaub auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens, Portugals und Dänemarks wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Die Hotels in Deutschland sind dagegen mindestens noch bis zum 28. März geschlossen. Wie es weitergeht, soll erst am 22. März von Bund und Ländern entschieden werden.

Vertreter der Tourismusbranche in Niedersachsen hoffen bisher, dass sie in den Osterferien wieder Gäste empfangen können - doch das ist abhängig von den Inzidenzwerten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.03.2021 | 14:00 Uhr

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