Stand: 20.07.2017 15:48 Uhr

Für den Ernstfall: Der neue Katastrophenschutz

Niedersachsen hat seinen Katastrophenschutz neu aufgestellt, um für zukünftige Bedrohungslagen gut gerüstet zu sein. "Ein modern aufgestellter Katastrophenschutz ist extrem wichtig", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorstellung des Konzepts. Gefahren drohten etwa durch außergewöhnliche Wetterlagen, Terror- oder Cyberangriffe. Laut Pistorius sind neue zentrale Landeseinheiten stationiert worden, die ausrücken können, wenn die Helfer vor Ort nicht mehr hinterherkommen.

Jeder Ort schnell erreichbar

Insgesamt sechs Millionen Euro wurden in diesem Jahr in den Katastrophenschutz investiert. Die verschiedenen Einheiten für Betreuung, Wasserrettung, Verpflegung, Patiententransport und Logistik können nach Angaben des Ministeriums im Ernstfall miteinander kombiniert werden. Standorte der neuen Einheiten sind Celle, Northeim, Hannover, Lüneburg und Oldenburg - so können sie jeden Ort in Niedersachsen schnell erreichen.

Konsequenzen aus der Flüchtlingskrise

Landesweit werden unter anderem sechs Sanitätseinheiten eingerichtet, die mit Zelten und Fahrzeugen für Großeinsätze bereit stehen. Sie können innerhalb eines Tages Zeltstädte aus dem Boden stampfen, in denen bis zu 500 Menschen pro Zeltstadt gleichzeitig betreut werden können. Zusätzlich verfügen sie über 50 Plätze für Verletzte. Niedersachsen zieht mit dem Konzept auch Konsequenzen aus der Flüchtlingskrise. Im Herbst 2015 waren Betten schnell knapp geworden und die Hilfsorganisationen über Monate gefordert gewesen. Aufgrund dieser Erfahrungen wurden nun auch winterfeste Zelte inklusive Heizungen angeschafft, die im Katastrophenfall eingesetzt werden können.

Rettung bei extremem Hochwasser

Mit Blick auf das Jahrhunderthochwasser an der Elbe im Jahr 2013 ist laut Innenministerium auch die Einheit zur Wasserrettung von großer Bedeutung. Deren Einsatzkräfte können Menschen, die bei einem extremen Hochwasser eingeschlossen sind, versorgen, transportieren und auch deren Verletzungen vor Ort behandeln. Auch Taucher gehören zu der Einheit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.07.2017 | 15:00 Uhr

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