"Fridays for Future"-Demos: Kreativ gegen Klimawandel

Stand: 19.03.2021 21:41 Uhr

Die "Fridays for Future"-Bewegung hat für heute zum siebten globalen Klimastreik aufgerufen. Auch in Niedersachsen sind Aktivisten dem Aufruf in zahlreichen Städten gefolgt.

Die Aktionen stehen unter dem gemeinsamen Motto "#AlleFür1Komma5". Damit soll die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens von 2015 angemahnt werden. Der Vertrag setzt das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

1.500 Teilnehmer in Göttingen

Wegen der Corona-Pandemie waren die Teilnehmerzahlen vielerorts allerdings beschränkt. Nicht so in Göttingen, wo laut Polizei 1.500 überwiegend junge Menschen auf die Straße gingen. Nach einer Kundgebung auf dem Universitätsgelände zogen die Demonstranten zum Bahnhof und zum Neuen Rathaus. Zwischenfälle gab es keine, teilte die Polizei mit. Lediglich die Autofahrerinnen und Autofahrer mussten sich in Geduld üben, in Bahnhofs-Nähe staute sich der Verkehr erheblich.

Ein Mädchen hat die Aufschrift "Save me" auf der Stirn stehen. © NDR Foto: Jan Fragel
Eine Teilnehmerin der "FFF"-Demonstration in Göttingen.
Schuhe statt Menschen

In Lüneburg zogen rund 600 Demonstranten durch die Innenstadt. Auf Plakaten und Transparenten forderten sie den Ausstieg aus der Kohleenergie und Klimaneutralität. In Osnabrück versammelten sich etwa 300 Protestierende. In Redebeiträgen wurden dort auch regionale Themen wie etwa der Ausbau der A33 und die Erweiterung des regionalen Flughafens kritisiert. In Oldenburg hingegen haben die Aktivisten und Aktivistinnen stellvertretend für die Demonstrierenden 400 Paar Schuhe abgestellt und Transparente abgelegt.

Livestream aus Hannover

In Hannover hingegen war ursprünglich ein Sternmarsch geplant. Wegen der hohen Inzidenz in der Region versammelten sich schließlich aber nur rund 20 Klimaaktivistinnen und -aktivisten vor dem Niedersächsischen Landtag. Außerdem konnten diejenigen, die sonst an den Demonstrationszügen teilgenommen hätten, zumindest ein Schild mit ihren Botschaften an die Politiker niederlegen. Redebeiträge und Livemusik gab es dennoch  - und alle Interessierten konnten sich per Livestream zuschalten. "Die Corona-Krise lehrt uns, dass wir Krisen früh genug bekämpfen müssen. Wir übernehmen Verantwortung und leisten den notwendigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie, indem wir unsere Demonstration nicht wie geplant stattfinden lassen", hatte die Mitorganisatorin Gina-Marie Burgdorfim Vorfeld gesagt.

Fahrraddemo in Gifhorn

Insgesamt verliefen nach Polizeiangaben alle Demonstrationen friedlich, Berichte über Verstöße gegen die Corona-Regeln gab es keine. Weitere Aktionen waren in Lüchow, Celle, Hildesheim, Uslar (Landkreis Northeim) und in Verden geplant. In Gifhorn soll um 17 Uhr eine Fahrrad-Demonstration stattfinden.

Protestieren, so oft es geht

Die Aktionen an diesem Freitag dürften nur der Auftakt gewesen sein. In Lüneburg etwa sollen die Proteste im Frühjahr und Sommer so oft stattfinden, wie es eben geht und die Corona-Maßnahmen es zulassen, sagte Aktionssprecherin Lisa Steinwandel dem NDR in Niedersachsen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.03.2021 | 15:00 Uhr

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