Stand: 12.06.2018 08:08 Uhr

Extrem ausdauernd - Das Wetter wandelt sich

Nach Wochen verabschiedet sich die trockene Hitze vorerst aus Niedersachsen. Ausgetrocknete Böden bekommen endlich wieder Wasser von oben. Die sommerliche Phase war lang - schön für Sonnenliebhaber, problematisch für Landwirte. Aber nicht überall: In einigen Regionen war es eine Phase mit gleich mehreren Unwettern. Mit Gewitter, Starkregen und überschwemmten Straßen hatten die einen zu kämpfen, mit Waldbrandgefahr und Trinkwassermangel die anderen. Dass eine Wetterlage so intensiv ausfällt und so lange anhält - daran müssen wir uns gewöhnen, sagt Georg Haas vom Wetterdienst Meteomedia im Gespräch mit NDR.de.

Wassersprengung

Wetterextreme machen Bauern das Leben schwer

Hallo Niedersachsen -

Mal Überschwemmung infolge des Dauerregens, dann wieder Dürre durch extreme Trockenheit und Hitze: Die Wetterschwankungen machen den Landwirten immer mehr zu schaffen.

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Geringer Temperaturunterschied - wenig Wind

In der "eingerasteten Wetterlage" sieht der Meteorologe ein Phänomen, das in Zukunft immer häufiger auftreten dürfte. "Die Westdrift schwächt sich ab", sagt Haas. Durch diese Abschwächung der Luftströmung aus Westen in den mittleren Breiten der Erde fehle Wind, der für Abwechslung im Wetter sorgt. Die Ursache sieht Haas unter anderem im Schmelzen des arktischen Eises: Weniger Eis bedeute, dass weniger Sonnenlicht reflektiert werde. Die Arktis wärmt sich deshalb im Vergleich zu anderen Regionen der Erde schneller auf, der Temperaturunterschied etwa zwischen Tropen und Arktis sinkt. Genau dieser Temperaturunterschied aber ist wichtig für die Entstehung von Wind und den Wechsel der Wetterlagen, wie der Experte erklärt.

Ohne Wind keine Abwechslung

Ist der Wind schwach, bleibt das Wetter länger unverändert. Das gilt für trockene Hitze ebenso wie für Regen. Auch Unwetter ziehen bei fehlendem Wind eben nur langsam weiter. So kann auf kleinem Raum sehr viel Regen fallen. In Niedersachsen war das zuletzt zu beobachten: Einige Regionen waren innerhalb kurzer Zeit mehrfach von Starkregen betroffen, während es in anderen über Wochen praktisch gar keinen Niederschlag gab.

Durchschnittstemperatur ist gestiegen

Ein weiterer Grund dafür, dass Regen sich oft - und künftig wohl noch häufiger - als Unwetter entlädt, sind steigende Temperaturen. Zahlen von Meteomedia zufolge ist es zum Beispiel in diesem April, Mai und den ersten Junitagen in Hannover und Emden im Durchschnitt jeweils rund 4 Grad wärmer gewesen als in den Jahren 1961 bis 1990. Durch die Wärme können Unwetter entstehen:

Tagesschau.de
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Nehmen schwere Gewitter zu?

Auch bei einer Häufung extremer Gewitter sollte man voreiligen Schlussfolgerungen vorsichtig sein. Der Klimawandel lässt sich nicht an einzelnen Witterungsabschnitten fest machen. extern

Steige die Temperatur um nur ein Grad Celsius, könne bereits bis zu sieben Prozent mehr Wasserdampf in der Atmosphäre gespeichert werden, sagt Haas. Dieser Wasserdampf sei eigentlich das schlimmste Treibhausgas - der Klimawandel könne dadurch noch verstärkt werden. Bei der Kondensation des in der Atmosphäre enthaltenen Wasserdampfes werden gewaltige Energiemengen umgesetzt, die schwere Gewitter erst möglich machen, wie Meteorologe Tim Staeger bei Tagesschau.de erklärt. Es sei daher plausibel, dass es im Zuge der globalen Erwärmung vermehrt heftige Gewitter geben kann - man könne den Klimawandel allerdings nicht generell als Ursache für einzelne Wetterphänomene betrachten, so Staeger.

Die Veränderungen durch die Erwärmung fasst Staeger so zusammen: In Deutschland werden die Winter feuchter und die Sommerniederschläge insgesamt extremer, das heißt, es werden künftig sowohl längere Dürrephasen als auch ergiebigere Starkniederschläge erwartet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.06.2018 | 10:00 Uhr

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