Die niedersächsische Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel spricht in einer Pressekonferenz. © picture alliance/dpa/Peter Steffen Foto: Peter Steffen

Datenschutzbeauftragte: Luca-App muss nachgebessert werden

Stand: 13.04.2021 11:29 Uhr

Eine App zur Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen hält Niedersachsens Datenschutzbeauftragte Thiel für sinnvoll. Bei der Luca-App hat sie aber noch Bedenken. Zudem wäre sie gern gefragt worden.

"Die digitale Verarbeitung von Kontaktdaten kann im Vergleich zu Papierformularen grundsätzlich einen besseren Schutz vor unbefugter Kenntnisnahme und Missbrauch gewährleisten", sagte Barbara Thiel der "Neuen Osnabrück Zeitung". Dafür sei jedoch eine entsprechende technische Ausgestaltung der digitalen Anwendungen nötig. "Zu Luca sind in diesem Zusammenhang noch Fragen offen", sagte Thiel.

Luca-App soll Daten dezentral speichern

Ein anderer wichtiger Punkt sei die zentrale Speicherung der Daten im Luca-System. Darauf habe die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder hingewiesen und ebenfalls Verbesserungen gefordert, sagte Thiel der Zeitung. Die Datenschutzkonferenz (DSK) des Bundes und der Länder will nach eigenen Angaben auf eine dezentrale Datenspeicherung hinwirken.

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"Nicht dass erste Mal, dass ich übergangen werde"

Darüber hinaus kritisierte Niedersachsens oberste Datenschützerin, dass sie vom Land vor Einführung der App nicht um eine Einschätzung gebeten worden war. "Es ist leider nicht das erste Mal, dass ich in wichtigen Fragen übergangen werde, die den Datenschutz betreffen", sagte Thiel. Das Land Niedersachsen hatte kürzlich einen einjährigen Vertrag zur Nutzung der Luca-App abgeschlossen. Die Kosten belaufen sich laut Innenministerium auf drei Millionen Euro. Die App soll bei Modellversuchen einzelner Kommunen helfen, die Öffnungen in Handel, Gastronomie und Kultur erproben wollen. Zudem werden alle 43 Gesundheitsämter an das Luca-System angeschlossen.

Moderator Böhmermann loggt sich nachts im Zoo ein

In die Schlagzeilen war die Luca-App zuletzt geraten, weil ZDF-Moderator Jan Böhmermann vergangene Woche demonstriert hatte, wie einfach sie sich austricksen lässt: Mithilfe eines abfotografierten QR-Codes hatten er sowie Fans seiner Sendung dem Zoo Osnabrück und einem Modehaus in Bohmte (Landkreis Osnabrück) einen Besuch aus der Ferne abgestattet - auch mit falschen Kontaktdaten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 13.04.2021 | 13:30 Uhr

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