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Corona in Niedersachsen: Optimismus für Herbst und Winter

Stand: 24.10.2021 15:39 Uhr

Mit Beginn des Herbstes steigen auch in Niedersachsen die Corona-Infektionen. Viele Kommunen sind wieder zur 3G-Regel gewechselt. Gesundheitsministerin Daniela Behrens sieht das Land gut vorbereitet.

"Wir haben ein gutes Gefühl, was Herbst, Winter angeht", sagte die SPD-Politikerin. Neben den im bundesweiten Vergleich niedrigen Inzidenzen und den Werten der anderen Indikatoren Intensivbettenbelegung und Hospitalisierung verwies Behrens dabei auch auf die Impfquote. Dadurch ergebe sich eine sehr gute Ausgangslage für die kommenden Monate. Für vulnerable Bereiche wie Pflegeeinrichtungen und Kliniken sowie Großveranstaltungen müsse es jedoch weiter eine Verordnung geben.

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Falsche Impfpässe vermehrt im Umlauf

Die Zahl gefälschter Impfausweise hat in Niedersachsen derweil zugenommen. Laut Landeskriminalamt (LKA) wurde zwischen Januar und September eine "niedrige dreistellige Zahl an gefälschten Blanko-Impfpässen und Totalfälschungen" sichergestellt. Die Anzahl der festgestellten Fälle sei "kontinuierlich und zuletzt sprunghaft angestiegen". Die Ermittelnden gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Probleme mit mobilen Impfteams

Die Impfkampagne in Niedersachsen ist im Oktober in eine neue Phase übergegangen. Anstelle der Impfzentren sollen seitdem mobile Teams die Hausärztinnen und Hausärzte unterstützen. Zum Start gab es Probleme - denn von den geplanten 134 mobilen Teams sollten bis Mitte des Monats nur etwa ein Drittel die Arbeit aufnehmen. In Stadt und Landkreis Göttingen war zuletzt nur eines der geplanten fünf mobilen Teams unterwegs. Der Grund: fehlende Laptops. Wie viele der Teams landesweit unterwegs sind, war dem Land zuletzt nicht bekannt. Nicht jede Kommune melde den Start ihrer Teams, hieß es.

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Großveranstaltungen: Keine Besuchergrenze mehr bei 2G

Mit der noch bis zum 10. November geltenden Corona-Verordnung hat das Land die 2G-Regelung ausgeweitet. Diese ist auch in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen möglich. Durch eine nachträgliche Regelung fällt nun auch bei Großveranstaltungen unter 2G die zuvor geltende Grenze von 25.000 Besuchenden weg. Zudem hat das Land Vorgaben für den Besuch von Weihnachtsmärkten gemacht - was unter anderem vom Städtetag kritisiert wird.

Hospitalisierung als Leitindikator definiert

Für die Bewertung der Corona-Lage spielt die Hospitalisierung zudem eine wichtigere Rolle als zuvor. Sie gilt nun als Leitindikator. Das heißt: Nur wenn die Hospitalisierung und mindestens einer der beiden anderen bereits bekannten Indikatoren (Neuinfizierte und Intensivbetten) definierte Schwellenwerte überschreiten, wird eine Warnstufe erreicht. Auch im Bereich der Quarantäne-Regelungen hat das Land nachjustiert.

Keine Maskenpflicht mehr für Erst- und Zweitklässler

Zum Beginn des Schuljahres mussten alle Schülerinnen und Schüler nicht nur in Gebäuden, sondern auch im Unterricht eine Maske tragen. Die Corona-Verordnung sieht nun eine Ausnahme für die ersten und zweiten Klassen vor. Diese Schülerinnen und Schüler müssen keine Maske mehr im Unterricht tragen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat in Aussicht gestellt, die Maskenpflicht auch für die dritten und vierten Klassen aufzuheben. Dies könne mit der neuen Corona-Verordnung umgesetzt werden. Diese soll spätestens am 11. November in Kraft treten.

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Distanzlernen soll vermieden werden

Mit Blick auf den weiteren Pandemie-Verlauf will das Land Distanzlernen oder den Unterricht mit nur halben Klassen möglichst vermeiden. "Wir müssen Gesundheitsschutz mit dem Recht auf Bildung in Einklang bringen. Deshalb gibt es keine landesweiten Szenarien B und C mehr, deshalb geht der Blick in die jeweiligen Klassen als konkrete Einzelfälle", sagte Tonne.

Weniger strenge Quarantäne-Regeln für Schüler

Grundsätzlich gelten für Schülerinnen und Schüler weniger strenge Quarantäne-Regeln als zuvor. Tritt ein Corona-Fall auf, soll nicht mehr die ganze Klasse in Isolation gehen. Quarantäne solle nur noch für enge Kontaktpersonen, beispielsweise Sitznachbarn, angeordnet werden, heißt es. Tonne bezeichnete die zu Beginn des Schuljahres bundesweit vereinbarte Regelung als "völlig richtig und angemessen". Auch unterstütze er sehr die Möglichkeit, dass sich die Kontaktpersonen nach fünf Tagen freitesten können, wenn sie keine Symptome haben. Geimpfte und Genesene sollen zudem grundsätzlich von einer Quarantäne-Anordnung ausgenommen sein.

Corona-Hotline in Niedersachsen

Wer glaubt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116 117 oder seinen Hausarzt kontaktieren. Der Arzt klärt dann am Telefon, ob es sich um einen Verdachtsfall handelt und trifft geeignete Maßnahmen. Wird eine Infektion nachgewiesen, muss der Patient in häusliche Quarantäne. Kontaktpersonen der erkrankten Person werden bei engem Kontakt ebenfalls in der Regel für 14 Tage zu Hause isoliert. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen bleiben: Abstand halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Hände waschen und nicht in die Hand husten oder niesen.

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Hallo Niedersachsen | 24.10.2021 | 19:30 Uhr

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