Stand: 28.04.2020 15:45 Uhr

Corona: Spahn wirbt in Hannover für neuen Alltag

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bei einem Pressetermin in der MHH in Hannover. © dpa-Bildfunk Foto: Ole Spata
Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU, Mitte) besucht am Dienstag mit Ministerpräsident Weil (SPD, rechts) die Medizinische Hochschule Hannover.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bei einem Besuch in Hannover für den Eintritt in einen neuen Alltag geworben. Das öffentliche Leben müsse Schritt für Schritt wieder geöffnet werden. Man habe aktuell überschaubare Infektionszahlen beim Coronavirus, eine Überforderung des Gesundheitssystems sei vermieden worden, sagte auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Beide Politiker lobten bei dem Treffen auch die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Bekämpfung der Pandemie.

Schwieriger Balance-Akt

Beide Politiker betonten, dass es nun darum gehe, die richtige Balance zu finden. Man müsse am Beispiel der wiedereröffneten Geschäfte sehen, welche Folgen das auf das Infektionsgeschehen habe. Spahn machte deutlich, dass der Politik die Sorgen der Gastronomie und der Tourismusbranche bewusst seien. Dafür gelte es, Lösungen zu finden. Zudem habe die Corona-Krise gezeigt, dass man beispielsweise bei der Medikamentenproduktion nicht mehr so abhängig von einzelnen Ländern sein sollte, so Spahn. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) betonte, dass es darum gehe, eine kluge Balance zwischen bestmöglichen Gesundheitsschutz und einem Hochfahren der Wirtschaft zu finden.

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Kliniken sollen abgesagte OPs nachholen

In den Kliniken sollten nun auch planbare Operationen schrittweise wieder vorgenommen werden. Der Gesundheitsminister appellierte, dass man ins Krankenhaus gehen solle, wenn man krank sei. In den vergangenen Wochen habe es beispielsweise eine spürbare Abnahme bei Behandlungen von Schlaganfällen und Herzinfarkten gegeben: "Man fragt sich dann natürlich: Wo sind diese Patienten?" Ab Mai sollen "schrittweise und mit Vorsicht" Krankenhäuser in Deutschland zum Normalbetrieb zurückkehren, hatte Spahn bereits vor Kurzem angekündigt.

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Forscher ermöglichen "Perspektive im Kopf"

Spahn und Weil lobten bei einem Rundgang durch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) gemeinsam die Arbeit der Forscher, die an Therapien und Impfstoffen gegen das Coronavirus arbeiten. "Mit solchen Perspektiven im Kopf, kann man sich auf solch eine Situation leichter einlassen", sagte Weil. Im Clinical Research Center der MHH wird unter anderem in einer Studie mit 1.000 Freiwilligen aus Klinik und Rettungsdienst geprüft, ob ein Tuberkulose-Impfstoff helfen kann, das Immunsystem im Kampf gegen das Virus zu stärken.

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Hallo Niedersachsen | 28.04.2020 | 19:30 Uhr

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