Corona-Krisenstab sieht ganz leichte Fortschritte

Stand: 24.11.2020 14:57 Uhr

Der Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, hält eine Fortführung der Corona-Maßnahmen für unerlässlich. Er sieht aber auch Hoffnungsschimmer.

"Der steile Anstieg aus dem Oktober ist vorerst gebrochen, aber wir befinden uns nach wie vor in einer Seitwärtsbewegung", sagte Scholz am Dienstag in Hannover. "Es ist bislang noch nicht gelungen, die Zahlen zum Sinken zu bringen." Aus diesem Grund stehe außer Zweifel, dass die Corona-Maßnahmen fortgeführt und teilweise sogar noch verschärft werden müssten. "Wenn das Wasser am Deich nicht mehr steigt, nimmt man auch nicht sofort die Sandsäcke weg", sagte Scholz. Ansonsten sei die Gefahr groß, dass die Dämme schnell brechen. Hinsichtlich der konkreten Maßnahmen verwies Scholz auf den morgigen Bund-Länder-Gipfel. Diesem wolle er nichts vorwegnehmen.

Weniger Neuinfektionen als vor einer Woche

Als Hoffnungsschimmer bezeichnete Scholz die am Dienstag gemeldeten 762 Neuinfektionen in Niedersachsen. Das sind 182 weniger als vor genau einer Woche. Der Inzidenzwert sank in diesem Zeitraum leicht von 103,9 auf 101,9 und der R-Wert von 1,1 auf 0,97. Das heißt, dass 100 Corona-Infizierte aktuell 97 weitere Personen anstecken. Positiv sei auch, dass in Niedersachsen mittlerweile wieder acht Landkreise eine Sieben-Tages-Inzidenz von unter 50 aufwiesen, so Scholz.

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Der Leiter des Krisenstabs Heiger Scholz spricht auf der Pressekonferenz der Landesregierung zur aktuellen Corona-Situation. © NDR
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Dienstag, 24. November: Die Pressekonferenz in voller Länge

Der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, hält eine Fortführung der Corona-Maßnahmen für unerlässlich. 35 Min

Lage in den Kliniken "angespannt, aber nicht überspannt"

Mit Blick auf die niedersächsischen Krankenhäuser sagte Scholz, dass die Lage "angespannt, aber nicht überspannt" sei. Lediglich in Delmenhorst lägen die freien Kapazitäten auf den Intensivstationen unter fünf Prozent. Scholz bestätigte, dass das Gesundheitsministerium bei einer Inzidenz von mehr als 70 in größeren Krankenhäusern das Freihalten von Betten für Covid-19-Patienten anordnen könne. Insgesamt zwölf Krankenhäuser in Niedersachsen kämen für eine derartige Maßnahme infrage.

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Corona-Impfungen sollen ab Mitte Dezember möglich sein

In mehr als 60 Impfzentren kann man ab dem 15. Dezember geimpft werden - sofern der Impfstoff dann zur Verfügung steht. 1 Min

Impfzentren in den Startlöchern

Unterdessen bereiten sich die Landkreise weiter auf das Impfen vor. Scholz sagte, er gehe davon aus, dass bis Mitte Dezember flächendeckend Impfzentren einsatzbereit sind. Zunächst sollen Risikogruppen sowie das Personal im Gesundheitswesen und der öffentlichen Sicherheit geimpft werden. Die genaue Reihenfolge hänge aber auch davon ab, welcher Impfstoff zuerst verfügbar ist, so der Krisenstabsleiter. Mit den ersten Zulassungen wird in Kürze gerechnet.

Ausnahmeregelungen für die Weihnachtszeit

Die Länderchefs haben sich derweil am Montag in einer Videokonferenz darauf geeinigt, dass vom 23. Dezember bis zum 1. Januar bis zu zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten zusammen feiern dürfen. Außerdem soll das Silvesterfeuerwerk nicht grundsätzlich, sondern nur an bestimmten Plätzen verboten werden. Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte in der Landespressekonferenz, dass Niedersachsen die Maßnahmen konsequent umsetzen wolle. "Vielleicht ziehen wir erst die Zügel ein bisschen an, um den Menschen an Weihnachten wieder etwas mehr zu ermöglichen", sagte sie. Ziel sei es, den Menschen zumindest ansatzweise ein normales Weihnachten zu ermöglichen. Die endgültige Entscheidung darüber könne abhängig von den Infektionszahlen aber erst kurz vor den Festtagen fallen.

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Der Leiter des Krisenstabs Heiger Scholz spricht auf der Pressekonferenz der Landesregierung zur aktuellen Corona-Situation. © NDR
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"Die Neujahrsnacht ist für die Krankenhäuser Hochkampftag"

Krisenstabsleiter Heiger Scholz plädiert für eine ruhige Neujahrsnacht, um die Kapazitäten der Krankenhäuser zu schonen. 1 Min

Weniger Verletzungen und Ansteckungen durch Verzicht auf Feuerwerk

Krisenstabsleiter Scholz rief dazu auf, auf Feuerwerk an Silvester möglichst zu verzichten. Auf diese Weise könnten die durch Corona am Limit arbeitenden Krankenhäuser entlastet werden. Da sei zusätzliche Dramatik durch Augenverletzungen und abgerissene Finger nicht sinnvoll, betonte Scholz. Außerdem könnte es bei großen Menschenansammlungen wie zum Beispiel auf dem Opernplatz in Hannover schnell zu Ansteckungen kommen. "Wenn da Spreader zwischen sind, dann geht das ab wie Schmidts Katze", so Scholz.

Weil fordert klaren Fahrplan bis zum Jahreswechsel

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte im Vorfeld der Gespräche der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) deutlich gemacht, dass er eine belastbare Planung bis mindestens Neujahr wolle. "Meine Prioritäten sind Klarheit und Verlässlichkeit - die Menschen müssen wissen, was im Dezember, in der Advents- und Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel möglich ist", sagte Weil am Sonntag.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.11.2020 | 15:00 Uhr

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