Eine elektronische Anzeigetafel mit dem Wort «Impfzentrum» hinter einem Verkehrsschild «Sonderweg Fußgänger» weist den Weg zu einem Impfzentrum. © picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Ärzte in Impfzentren weisen Kinder und Jugendliche ab

Stand: 02.07.2021 15:05 Uhr

Obwohl sie einen Termin hatten, wurden Kinder und Jugendliche in niedersächsischen Impfzentren abgelehnt. Laut Gesundheitsministerium begründeten etliche Ärzte dies mit der Empfehlung der Stiko.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte Anfang Juni Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren nur empfohlen, wenn es dafür einen besonderen Grund gebe, wie etwa eine Vorerkrankung. Niedersachsens Gesundheitsministerium will aufgrund der verweigerten Impfungen nun das Prozedere in den Impfzentren entsprechend anpassen. Impfzentren mit Ärzten, die Vorbehalte haben, sollten nun reagieren, damit die Terminbuchung dort für Kinder und Jugendliche blockiert wird.

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Ministerium: "Können es Ärzten nicht vorschreiben"

"Wir möchten gerne, dass Kinder und Jugendliche ein Impfangebot erhalten, aber können es den Ärzten nicht vorschreiben", sagte ein Sprecher am Freitag. Er betonte allerdings auch, dass weiterhin die Hoffnung bestehe, dass die Stiko perspektivisch eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausspricht.

Thümler kritisiert Stiko-Empfehlung

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hat unterdessen die Empfehlung der Impfkommission kritisiert. "Ich kann die Skepsis der Stiko wirklich nicht nachvollziehen", sagte Thümler der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Er appellierte an die Eltern auch vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Delta-Variante ihre Kinder gegen Corona impfen zu lassen. "Meine klare Forderung lautet, auf jeden Fall auch über zwölfjährige Kinder zu impfen, und das möglichst jetzt schon, damit wir eine größere Basis für mehr Sicherheit haben."

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.07.2021 | 06:00 Uhr

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