Stand: 01.05.2019 08:00 Uhr

"Tag der Arbeit" steht im Zeichen Europas

Der DGB will am "Tag der Arbeit" dieses Jahr für ein soziales, solidarisches und gerechtes Europa werben. Das Motto: "Europa. Jetzt aber richtig!" (Archivbild)

"Europa. Jetzt aber richtig!" - so lautet das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in diesem Jahr zum "Tag der Arbeit". Damit will er auf die knapp vier Wochen später stattfindende Europawahl aufmerksam machen und für ein soziales, solidarisches und gerechtes Europa werben. Im Aufruf des DGB zum 1. Mai heißt es: "Nur eine gemeinsame und solidarische Politik für ganz Europa bringt uns weiter." Heute sind dazu in Niedersachsen über 70 DGB-Veranstaltungen geplant. Der DGB-Bezirksvorsitzende Mehrdad Payandeh spricht auf der Kundgebung in Oldenburg, die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth wird bei der Demonstration in Göttingen sein. In Brake spricht Detlef Ahting, Leiter des Ver.di-Landesbezirks Niedersachsen-Bremen, in Wolfsburg der ehemalige DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Mit Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, ist in Lehrte ein Mitglied des Bundeskabinetts vertreten.

Gefordert: Tarifbindung und Mindestlöhne in ganz Europa

"Dem Bekenntnis, Europa sozialer zu machen, müssen jetzt auch Taten folgen", heißt es im Aufruf des DGB weiter. Dies sind die Forderungen zum "Tag der Arbeit" im Überblick:

  • Europaweite Standards für gute Arbeitsbedingungen, (…) mehr Tarifbindung in ganz Europa und armutsfeste Mindestlöhne in jedem EU-Mitgliedsstaat
  • EU-Gleichstellungsstrategie: Gleiche Chancen für Frauen und Männer
  • Programm für Zukunftsinvestitionen für Europa, das Wachstum, Arbeitsplätze, Bildung, Infrastruktur und Wohlstand für alle sichert und fördert
  • Vorbild für eine faire Globalisierung: Internationale Standards für Arbeitnehmerrechte, Soziales, Umwelt- und Verbraucherschutz

"Klare Kante gegen Rechts"

Im Aufruf des DGB heißt es außerdem: "All das lässt sich in Europa nur gemeinsam erreichen. Die Rechtspopulisten und Nationalisten in Europa bieten keine Lösungen - im Gegenteil: Die Brexit-Abstimmung in Großbritannien und ihre Folgen haben gezeigt, wohin es führt, wenn diejenigen die Oberhand gewinnen, die Ängste schüren, aber keinerlei Konzepte für die Zukunft haben. Am 1. Mai zeigen wir klare Kante gegen Rechts und alle, die unser Land und Europa spalten wollen. Wir sagen Nein zu Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus."

Zahl der Teilnehmer gesunken

Im vergangenen Jahr waren am "Tag der Arbeit" nach Angaben des DGB in Niedersachsen rund 40.000 Menschen für Arbeitnehmerrechte auf die Straßen gegangen. Gerechnet hatte der DGB vorher mit rund 50.000 Teilnehmern. Die mehr als 70 Veranstaltungen standen 2018 unter dem Motto "Solidarität. Vielfalt. Gerechtigkeit". In den 1980er-Jahren waren noch über 100.000 Menschen auf die Straße gegangen, um am 1. Mai für mehr Arbeitnehmerrechte und höhere Löhne zu demonstrieren.

Weitere Informationen

Mai-Kundgebungen: Früher war mehr Protest

Zu den traditionellen Maikundgebungen am heutigen "Tag der Arbeit" rechnen die Gewerkschaften mit 50.000 Teilnehmern. Früher gab es deutlich höhere Zahlen - was ist passiert? (01.05.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.05.2019 | 09:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:31
Hallo Niedersachsen
03:13
Hallo Niedersachsen
03:02
Hallo Niedersachsen