NDR Info - Redezeit

30 Jahre nach den Anschlägen von Mölln - Wo stehen wir im Kampf gegen Rechtsextremismus?

Mittwoch, 23. November 2022, 20:33 bis 22:00 Uhr, NDR Info

Feuerwehrleute am 23. November 1992 am Ort des Brandanschlags in Mölln © picture alliance/AP Images Foto: Christian Eggers

Mit einer Gedenkfeier wird im schleswig-holsteinischen Mölln an die rechtsradikalen Brandanschläge vor 30 Jahren erinnert. Im Beisein etwa von Ministerpräsident Daniel Günther, CDU, und dem türkischen Botschafter Ali Kemal Aydin. Bei dem Brandanschlag am 23. November 1992 hatten zwei Neonazis Molotow-Cocktails in Häuser geworfen, in denen türkische Familien wohnten.

Drei Türkinnen kamen dabei ums Leben, darunter zwei Kinder. Neun weitere Menschen wurden durch die Brände schwer verletzt. Bei Polizei und Feuerwehr meldete sich ein anonymer Anrufer, um auf die brennenden Häuser hinzuweisen und beendete seine Ausführungen mit den Worten "Heil Hitler".

Weiterhin keine überzeugenden Antworten auf rechte Gewalt?

Im Jahr nach den rassistischen Anschlägen in Mölln folgen die rechtsextremen Attacken im nordrhein-westfälischen Solingen. Dazu die Anschläge von Hanau und Halle, die Mordserie des NSU, die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen und Erfurt, das Oktoberfest-Attentat von 1980 – die Aufzählung rechtsextremer Gewalttaten ließe sich weiter fortsetzen. Auch laut Bundesinnenministerin Nancy Faeser, SPD, ist der Rechtsextremismus weiterhin "die größte extremistische Bedrohung für unsere Demokratie". Warum wurden bisher keine überzeugenden Antworten auf Rassismus und rechte Gewalt gefunden? Gibt es jetzt eine langfristige Strategie?

Wie wichtig ist das öffentliche Erinnern?

Die Gedenkveranstaltungen schaffen Gehör für die von rechter Gewalt Betroffenen. Und sie sind Mahnung an alle, dass es ein gesellschaftliches Problem gibt. Was folgt daraus? Der Name Mölln wird immer mit den Anschlägen verbunden; die Stadt geht offensiv mit diesem düsteren Kapitel ihrer Geschichte um. Reicht die konsequente Aufklärungsarbeit über die betroffenen Orte hinaus? Setzen wir uns ausreichend mit der rechtsextremistischen Bedrohung auseinander? Nehmen wir sie auch als Bedrohung für die Demokratie wahr? 

NDR Info Moderator Michael Weidemann begrüßte als Gäste:

Jörg Geschke
Gründungsmitglied und Vorstand „Miteinander Leben“ e.V., Mölln

Beate Raudies
SPD-Innenpolitikerin und Vizepräsidentin des Landtages in Schleswig-Holstein

Fabian Virchow
Sozialwissenschaftler, Leiter des Forschungsschwerpunktes „Rechtsextremismus/Neonazismus“ an der Hochschule Düsseldorf

 

 

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