Stand: 28.03.2020 06:34 Uhr

Corona: Berufstätige am häufigsten infiziert

In Norddeutschland haben sich bisher vor allem Menschen der Altersgruppe zwischen 20 und 64 Jahren mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das ergaben Analysen des NDR auf Basis der jüngsten Daten, die das Robert Koch-Institut dazu am 23. März veröffentlichte.

Demnach kommen in der beruflich aktiven Altersgruppe von 20 bis 64 Jahren durchschnittlich 30 gemeldete Erkrankungsfälle auf 100.000 Einwohner dieser Altersgruppe. In der Risikogruppe der Älteren ab 65 Jahren liegt die Infektionsrate bei etwa 10 Krankheitsfällen pro 100.000 Personen. Am niedrigsten ist die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen bis 19 Jahren: Nur gut sechs von 100.000 Kindern und Jugendlichen waren in Norddeutschland als erkrankt gemeldet.

Kinder von einer Coronavirus-Erkrankung kaum betroffen

Von Kindern ist bereits bekannt, dass die Verläufe einer Coronavirus-Infektion bei ihnen eher unspezifisch sind und sie - wenn überhaupt - überwiegend milde Symptome aufweisen. Die niedrigen Infektionsraten bei älteren Menschen könnten darauf hinweisen, dass es dieser Altersgruppe gut gelingt, sich zu schützen und Maßnahmen wie das "Social Distancing" einzuhalten. Das scheint besonders für die älteren Menschen der Altersgruppe ab 65 Jahren zu gelten. Hier kommt hinzu, dass viele alleine leben.

Am höchsten ist die Zahl der Infizierten den Erhebungen zufolge in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen. Hier kommen auf 100.000 Personen fast 33 Erkrankte. Fast genauso hoch ist der Anteil der gemeldeten Infizierten bei den 40- bis 49-Jährigen (32 Erkrankte auf 100.000 Menschen der Altersgruppe).

Die Erkenntnisse für Norddeutschland decken sich mit Zahlen des RKI für ganz Deutschland. Demnach liegt der mittlere Altersdurchschnitt aller Erkrankten bundesweit bislang bei 47 Jahren. Deutschlandweit sind 16,3 Prozent der Erkrankten 60 Jahre oder älter. Nur 3,2 Prozent der Erkrankten sind Kinder bis 14 Jahre. Chinesischen Erhebungen zufolge lag das mittlere Alter dort etwas höher, bei 51 Jahren.

Covid-19 vor allem für Ältere gefährlich

Mit dem Alter steigt das Risiko, mit der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 zur stationären Behandlung ins Krankenhaus oder sogar auf die Intensivstation zu müssen. Für Menschen ab 70 ist die Gefahr besonders hoch: Eine Studie des Imperial College London, die für Großbritannien und die USA erstellt wurde, geht davon aus, dass fast ein Viertel aller Infizierten zwischen 70 und 79 Jahren aufgrund der Erkrankung eine stationäre Behandlung benötigt. Bei den über 80-Jährigen sind es sogar mehr als 27 Prozent.

Das Robert Koch-Institut verweist darauf, dass schwere Verläufe grundsätzlich in jedem Alter auftreten können. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe hätten aber ältere Personen ab etwa 50 bis 60 Jahren, Raucher sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 27.03.2020 | 14:00 Uhr