Stand: 14.11.2019 13:16 Uhr

Rolando Villazón singt an Hamburgischer Staatsoper

von Danny Marques Marcalo

Es ist eine Rückkehr an die Staatsoper, wie es sie nicht alle Tage gibt. Rolando Villazón wird ab Freitag für nur vier Abende wieder in Hamburg singen. "Pelléas et Mélisande" mit der Musik von Claude Debussy hat vor genau 20 Jahren an der Staatsoper Premiere gefeiert. Nun also die Wiederaufnahme mit einem der ganz großen Stars der Opernwelt. Ein Besuch bei den Proben.

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Rolando Villazón singt zwischen dem 15. und dem 23. November vier mal den Pelléas an der Seite von Anna Prohaska als Mélisande in Hamburg.

20 Jahre, so lange ist die Premiere von "Pelléas et Mélisande" an der Staatsoper in Hamburger her. 20 Jahre, so alt sieht auch das Handy von Rolando Villazón aus. Ein ziemlich großer Brocken, kein Smartphone, sondern schon ein bisschen angestaubt. Damit er besser telefonieren kann, hat er einen roten Telefonhörer mit einem Kabel angeschlossen. Telefonieren tut er laut und deutlich in seiner winzigen Umkleidekabine, bevor er sich zum Interview hinsetzt. Erstes Thema: das Hamburger Publikum. "Es gibt hier ein Publikum, das Musik ganz gut kennt" sagt Villazón. "Ein wunderbares Publikum! Die Stadt ist einfach fantastisch, das Wasser, die Gebäude. Es ist fantastisch hier zu sein, ich bin ganz glücklich!"

Villazón: "Pelléas ist eine Traumrolle"

"Pelléas et Mélisande" heißt die Oper, die den Tenor nun wieder nach Hamburg bringt. Villazón singt den Pelleas, der sich in Mélisande verliebt, in die sich aber auch sein Halbbruder verliebt hat. "Die Rolle ist eine Traumrolle", sagt Villazón. "Und die Musik ist einfach herrlich. Das Stück ist theatralisch, eine wirklich dramatische Kunstform."

Rolando Villazón in Hamburg - fast ein kleines Wunder

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"Pelleas et Mélisande" hatte vor genau 20 Jahren an der Staatsoper Premiere. Jetzt kommt die Oper mit Rolando Villazón als Pelleas in die Hansestadt zurück,

Dass Rolando Villazón nach Hamburg kommt und sich gleich auf vier Termine festlegt, samt Probenzeit, ist fast ein kleines Wunder. Er singt, hat in den vergangenen Jahren zwei Romane geschrieben, ist künstlerischer Leiter der Salzburger Mozartwoche und hat daneben noch seine Familie, mit der er in der Nähe von Paris lebt. Außerdem hat er bereits Hunderte Fernsehauftritte hinter sich. Wer jetzt denkt, dass er gerade die Fernsehauftritte macht, weil die Oper um ihr Publikum kämpfen muss, liegt falsch, wie er sagt. "Die Oper ist, was sie ist. Glücklicherweise. Es ist eine wunderbare Kunstform. Alles andere ist eine Konsequenz. Ich freue mich in jeder Fernsehsendung, in der ich bin - es macht Spaß. Ich freue mich auch, in verschiedenen Entertainment-Shows Lieder zu singen. Aber die Oper an sich ist eine Kunstform, die gut genug ist, um weiter zu bestehen."

"Man muss nichts wissen, um die Oper zu besuchen"

Seit 30 Jahren brennt Rolando Villazón für seine Kunst. In der Probe öffnet er so stürmisch eine Tür auf der Bühne, dass er sich sogar ein bisschen wehtut und sich später die Hand kühlen muss, singt aber weiter, als sei nichts gewesen. Sein Kalender für 2020 ist bereits voll, mit Auftritten in Moskau oder New York.

"Pelléas et Mélisande" mit Rolando Villazon

Die Oper "Pelléas et Mélisande" wird in der Hamburgischen Staatsoper an vier Terminen aufgeführt:

Freitag 15.11.2019, 19.00 Uhr
Sonntag 17.11.2019, 19.00 Uhr
Mittwoch 20.11.2019, 19.00 Uhr
Samstag 23.11.2019, 19.00 Uhr

Bei allem, was er neben der Musik noch so tut, die Oper wird ihm immer das Wichtigste bleiben. Denn Oper ist die Kunstform, die alle Moden überdauert. "Man denkt, man muss viel wissen, um die Oper zu besuchen. Nein! Man muss gar nichts wissen. Man muss ein Herz haben", sagt Villazón. "Deswegen gibt es die Oper seit Hunderten von Jahren - und es wird sie auch noch im Jahr 2119 geben, wenn es die Welt noch gibt", fügt der Startenor lachend hinzu.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 12.11.2019 | 19:00 Uhr

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