Stand: 13.09.2018 10:27 Uhr

20 Minuten "Ewiges Licht" in der Laeiszhalle

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Thomas Cornelius (Mitte) mit Manuel Gera (li.) und Thomas Dahl im Februar beim Tag der Orgel in der Elbphilharmonie.

Der Hamburger Komponist Thomas Cornelius bringt "Ewiges Licht" in die Laeiszhalle. Am Sonntag wird sein großes Chorwerk "Lux Aeterna" nach mehreren erfolgreichen Konzerten im Ausland zum ersten Mal in Deutschland aufgeführt. Cornelius geht es wie vielen Hamburger Künstlern, die auswärts Erfolge feiern, es aber in Hamburg schwer haben.

Thomas Cornelius komponiert Licht in allen Schattierungen. Es erklingen sphärische Klangteppiche und viel Harmonie. Immer wieder flüstert, haucht oder singt der Chor "Lux" oder "Licht". Dabei geht es ihm eben nicht nur um das "ewige Licht" aus der christlichen Totenmesse, sondern auch um kosmisches Strahlen. "Ein Stern ist tot, aber er leuchtet noch", erklärt der Hamburger. "Das ist eine Idee des Stücks: dass Licht länger leben kann."

Eine Nacht für die halbe Ewigkeit

Werktags ist der 32-Jährige der Orgelbeauftragte der Elbphilharmonie. Die ersten Takte seines "Lux Aeterna" sind dort in einer Garderobe entstanden - mit Blick auf einen grauen Hamburger Himmel. Dann ging es bei Cornelius zu Hause weiter. Das Ewige Licht schimmerte in einem Rotklinker in Hamburg-Eilbek. "Ich hab es tatsächlich mit Blick aus dem Fenster meines kleinen Komponistenzimmerchens auf den Eilbek-Park komponiert." Wegen eines Missverständnisses beim Abgabetermin musste das  Auftragswerk für ein polnisches Festival eine Woche früher fertig werden. Der Rest des 20-minütigen "Ewigen Lichts" entstand im Schaffensrausch. "Die letzten zehn Minuten des Stücks habe ich in einer einzigen Nacht in einem Hotelzimmer in einem kleinen polnischen Ort in den Bergen zu Papier gebracht." Zehn Minuten Ewigkeit im Eiltempo! Natürlich war das Stück da im Kopf schon längst fertig - mit Skizzen und allem Drum und Dran! "Aber man muss es am Ende wie einen IKEA-Schrank zusammenbauen", lacht Cornelius. "Auch das braucht Zeit."

Mit Mendelssohn und Brahms in einem Atemzug

Die Hamburger Laeiszhalle von außen © Laeiszhalle Fotograf: Thies Rätzke

Hamburger komponiert "Ewiges Licht"

NDR 90,3 - Kulturjournal -

Der Komponist Thomas Cornelius fiebert der deutschen Erstaufführung seines großen Chorwerkes "Lux Aeterna" in der Laeiszhalle entgegen. Im Ausland hat er damit schon Erfolge gefeiert.

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In Polen hat Cornelius mit dem Werk Erfolge gefeiert. Vor dem Konzert in der Hamburger Laeiszhalle geht ihm aber nun doch ein bisschen der Puls. "Es ist das erste Mal, dass ein großes Stück von mir in Hamburg, also in der Heimat, aufgeführt wird." Musik dreier Hamburger Komponisten gibt es an diesem Sonntag in der Laeiszhalle zu hören: Mendelssohn, Brahms und Cornelius - auf dem Plakat in einem Atemzug. Auch Mendelssohn und Brahms haben ihre großen Erfolge erst gefeiert, als sie Hamburg schon lange verlassen hatten. Hinter dem Programm steckt letztlich auch die Frage, wie viel Vertrauen Hamburg eigentlich seinen eigenen Künstlern schenkt.

Aus Worten und Noten wird Licht

Die Sängerinnen und Sänger der Altonaer Singakademie und des Hamburger Kodály-Chors sind von Cornelius' Licht jedenfalls begeistert: Neue Musik sei das, aber kein Gramm "Hurz". "Das Stück ist lyrisch und harmonisch", schwärmt Björn Wulkop. "Man hat sofort Bilder im Kopf, die man gleich nachsingen kann." Aus Texten und Noten wird in der Probe plötzlich Licht. "Ich finde die vielen Möglichkeiten, Licht darzustellen, phantastisch", freut sich Jens Beckmann. "Das ist ein Stück, das energetisch fordert und brilliert."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 12.09.2018 | 19:00 Uhr

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