Stand: 26.04.2019 17:54 Uhr  - NDR Kultur

Ein Hörangebot, das man nicht ablehnen sollte!

Nino Rota: Works for Harp
von Anneleen Lenaerts
Vorgestellt von Eva Schramm

Seit neun Jahren ist die mehrfach preisgekrönte Belgierin Anneleen Lenaerts Solo-Harfenistin der Wiener Philharmoniker. Ihr neues Album hat sie einem Mann gewidmet, den die meisten nur als Filmkomponisten kennen: Nino Rota. Dass dieser neben seinen über 150 Filmmusiken auch zehn Opern, drei Sinfonien und viele Ballettkompositionen komponiert hat, ist weitgehend unbekannt. Auch, dass er ein Händchen für die Harfe hatte, wie auf der CD "Nino Rota: Works for Harp" deutlich zu spüren ist.

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Auf ihrer neuen CD zeigt Anneleen Lenaerts den Komponisten Nino Rota von einer neuen Seite.

Es ist fast ein bisschen tragisch: Weil er seit den 1960er-Jahren wunderbar passende Klänge zu den Filmen von Federico Fellini und Luchino Visconti fand, rückte das Frühwerk von Nino Rota immer mehr in den Hintergrund. Durch seinen überwältigenden Erfolg als Filmkomponist gerieten seine klassischen Kompositionen nahezu in Vergessenheit - auch sein Konzert für Harfe und Orchester aus dem Jahr 1947.

Ein natürliches Gespür für die Harfe

Welch farbenreiche Orchestrierung, welch feine Verarbeitung von Motiven! Nino Rotas Harfenkonzert ist ein Stück mit vielen Stimmungen, mit vielen - auch manchmal sehr plötzlich wechselnden - Emotionen. Rota zeigt als Komponist ein natürliches Gespür für die Harfe, die durch Anneleen Lenaerts' gleichzeitig feinfühliges und kraftvolles Spiel auf diesem Album wunderbar zur Geltung kommt. Mal mit Orchester, mal in kammermusikalischer Zweisamkeit mit dem Flötisten Emmanuel Pahud bei Rotas "Sonate für Flöte und Harfe" oder auch mal ganz solo, wie bei der unter Harfenisten als Wettbewerbsstück sehr bekannten "Sarabanda e Toccata".

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Sehr hörenswertes Gesamtporträt

Nino Rota von einer neuen Seite zu zeigen, mit Werken, die er allesamt vor seinen großen Erfolgen als Filmkomponist geschrieben hat, war Anneleen Lenaerts ein Anliegen. Sie liefert mit diesem Album ein sehr hörenswertes Gesamtporträt des italienischen Komponisten, der vor 40 Jahren gestorben ist - im April 1979. Und natürlich dürfen auch seine großen Erfolge nicht fehlen - so sind am Ende auf diesem Album auch fünf Filmmusiken zu hören, darunter Soundtracks zu "La dolce vita" und natürlich auch die Filmmusik, für die Rota den Oscar bekam: "Der Pate".

"Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann", sagt Marlon Brando als Don Corleone im "Paten" - und das gilt auch für diese Aufnahme: Lenaerts macht mit diesem dramaturgisch schlüssig zusammengestellten Album ein Hörangebot, das man auf keinen Fall ablehnen sollte!

Nino Rota: Works for Harp

Label:
Warner Classics

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue CDs | 29.04.2019 | 06:40 Uhr

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