Stand: 16.07.2017 06:46 Uhr

Hunderttausende feiern beim Schlagermove

Mit bunten Perücken, Schlaghosen, Sonnenbrillen und guter Laune sind sie durch Hamburg gezogen: Hunderttausende haben am Sonnabend beim Schlagermove auf St. Pauli gefeiert. 45 Party-Trucks machten die Runde vom Heiligengeistfeld aus über den Fischmarkt, die Reeperbahn und zurück. Die Veranstalter sprachen von über 400.000 Besuchern - mehr als im Vorjahr. Auch das Wetter spielte mit.

Liebe statt Gewalt in Hamburg

Schlagersänger Christian Anders führte auf dem ersten der Trucks die Parade an. Nach den G20-Krawallen des vergangenen Wochenendes wollte er mit seiner Teilnahme auch ein Zeichen setzen: "Hamburg hat genügend Probleme gehabt, da ist der Schlagermove ganz gut", sagte Anders zu NDR 90,3. "Denn die Liebe muss regieren, nicht die Gewalt." Auch die Polizisten, die den Umzug begleiteten, wurden von vielen mit Applaus bedacht.

Musik-Trucks mit zahlreichen Prominenten

Auch andere altehrwürdige Schlager-Stars nahmen an der Parade teil: Urgesteine wie Bata Illic sorgten mit alten Gassenhauern auf den rollenden Musik-Trucks für Stimmung. Szene-Stars wie die Gruppe Wind, Willi Herren und Peter Sebastian waren dabei. Unter dem Motto "Du kannst nicht immer 17 sein" waren Junge und Junggebliebene zum Mitfeiern eingeladen. Der schrille Zug startete um 15 Uhr am Heiligengeistfeld zu seiner 3,3 Kilometer langen Runde und war gegen 20.30 Uhr wieder zurück.

So schrill wie möglich durch St. Pauli

Belastung für Hamburger

Für die Hamburger und auch die Polizei war der Schlagermove eine Woche nach dem von Ausschreitungen überschatteten G20-Gipfel eine große Belastung. Weil am Sonnabend der Triathlon ebenfalls stattfand, mussten die Hamburger mit vielen Straßensperrungen klarkommen. Wegen des großen Menschenandrangs wurde die Station Landungsbrücken am Nachmittag zeitweise geschlossen.

Auch Busse wurden auf St. Pauli und in Altona zum Teil umgeleitet und einige Haltestellen gar nicht angefahren. Betroffen waren die Metro-Linien 4, 5 und 6. Der HVV verlängerte extra die U- und S-Bahnen, außerdem wurde der Fahrplan für die Züge bis etwa 0.30 Uhr auf einen Zehn-Minuten-Takt verändert.

Innensenator: Kombination der Veranstaltungen "ungünstig"

Innensenator Andy Grote (SPD) räumte ein, dass "die Kombination der beiden Veranstaltungen, Schlagermove und Triathlon, an einem Wochenende ungünstig" sei. Das sei 2016 auch schon mal so gewesen. Trotz aller Bemühungen, so Grote weiter, sei es auch in diesem Jahr nicht gelungen, das zu entzerren. In Zukunft werde man es aber versuchen.

Droßmann ist sauer

Auch Falko Droßmann (SPD), Leiter des Bezirksamts Hamburg Mitte, ist verärgert: "Wir haben im Bezirk Mitte zu viele Großveranstaltungen und es ist verständlich, dass die Bürger davon genervt sind. Das Problem ist, dass der Bezirk das nicht verhindern kann, weil zig Behörden Teilgenehmigungen für die Events erteilen und das nicht in einer Hand liegt", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".

Karte: Der Streckenverlauf beim Schlagermove
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Dieses Thema im Programm:

NDR Plus | 15.07.2017 | 14:00 Uhr

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