Ein Mensch gießt einen Smoothie aus einer Plastikflasche in ein Glas (Nahaufnahme einer Hand). © picture alliance / dpa-tmn Foto: Christin Klose

So erkennen Sie tierische Inhaltsstoffe in Fertigprodukten

Stand: 20.08.2021 17:49 Uhr

Vegetarier und Veganer sollten die Zutatenliste einiger Lebensmittel genau unter die Lupe nehmen. Hinter manchen Zusatzstoffen verbergen sich Bestandteile von toten Tieren, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist.

Fertigprodukte und Süßigkeiten haben oft lange Zutatenlisten mit Zusatzstoffen. Die meisten von ihnen werden synthetisch hergestellt oder aus Pflanzen gewonnen. Einige werden aber auch aus Tierkadavern gewonnen und sind damit für Vegetarier tabu. Dazu zählen:

  • Gelatine
  • Tierisches Lab
  • Echtes Karmin
  • Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren

Gelatine vom Schwein oder Rind auch in Joghurt und Frischkäse

Gelatine ist ein Zusatzstoff, der den Lebensmitteln eine bestimmte Konsistenz gibt. In Gummibärchen beispielsweise sorgt sie dafür, dass die Masse zäh, aber gut kaubar ist. Aber auch in Frischkäsezubereitungen oder Joghurt wird Gelatine gerne von der Industrie eingesetzt. Hergestellt wird Gelatine aus Nebenprodukten, die beim Schlachten von Schweinen und Rindern anfallen. Zum Teil werden auch Fruchtsäfte und Wein mit Gelatine geklärt. Weil nach diesem Prozess keine Gelatine im Endprodukt enthalten ist, muss die Gelatine nicht auf der Zutatenliste angegeben werden.

Tierisches Lab: Alternative aus gezüchteten Schimmelpilzen

Ob Gouda, Parmesan oder Appenzeller - viele Käsesorten enthalten tierisches Lab. Die darin vorkommenden Enzyme Chymosin und Pepsin sind wichtig für den Herstellungsprozess: Sie sorgen dafür, dass die Milch dick, aber nicht sauer wird. Traditionell wird Lab aus den Mägen von Kälbern gewonnen. Je jünger sie sind, desto besser ist die Qualität des Labs. Alternativ kann mikrobielles Lab für die Produktion von Käse verwendet werden. Speziell gezüchtete Schimmelpilze sorgen dann für die Gerinnung.

Karminrote Farbe in Süßigkeiten und Getränken

Um Süßigkeiten oder Getränke rot zu färben, verwenden einige Hersteller echtes Karmin. Der Farbstoff, der auch mit der Bezeichnung E120 oder Cochenille beschrieben werden kann, wird aus Schildläusen gewonnen: Trächtige Weibchen werden getrocknet und ausgekocht.

Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren schützen vor dem Austrocknen

In Fertigprodukten wie Kartoffelbrei, Tiefkühltorten und Keksen werden als Emulgator oft Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (E471) eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass die enthaltene Stärke Wasser besser binden kann und die Produkte nicht so schnell austrocknen. In den meisten Fällen wird der Zusatzstoff aus pflanzlichen Fettsäuren gewonnen, er darf aber auch aus tierischen hergestellt werden.

Inhaltsstoffe von toten Tieren: Label bietet Orientierung

Vegetarische Produkte dürfen laut den offiziellen Leitsätzen nur Erzeugnisse von lebenden Tieren enthalten - also beispielsweise Milch, Eier und Honig. Lebensmittel, die Bestandteile toter Tiere enthalten, dürfen nicht als vegetarisch gekennzeichnet werden. Beim Einkauf kann ein Label (meist ein großes V mit dem Zusatz "vegetarisch" oder "vegan") daher eine gute Orientierung sein. Wer bei Getränken oder bei Produkten mit dem Zusatzstoff "Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren" keine solche Angabe entdeckt, sollte beim Hersteller direkt nachfragen.

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