Orangen © Picture-Alliance / imageBroker Foto: Herbert Kehrer

Orangen - Vitamin-C-Bomben für die Erkältungszeit

Stand: 31.12.2020 11:20 Uhr

Orangen sind sehr gesund. SIe enthalten viel Vitamin C und sind damit das ideale Obst für die Erkältungszeit im Herbst und Winter. Wie erkennt man saftige und reife Früchte? Wie lagert man sie?

Jedes Jahr werden weltweit etwa 70 Millionen Tonnen Orangen geerntet. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt vier Kilo der Früchte im Jahr und trinkt acht Liter Orangensaft. Gerade im Winter holen sich viele die notwendige Dosis Vitamin C über die Zitrusfrüchte.

Herkunft: Wo werden Orangen angebaut?

Unterteilt werden die Früchte nach dem Erntezeitpunkt in Sommer- und Winterorangen. Winterorangen werden vor allem in Mittelmeerländern wie Spanien und Italien angebaut. Dort ist von Herbst bis März Erntesaison. Im Sommer stammen frische Orangen aus anderen Ländern wie den USA, Israel und Südafrika.

Welche Orangensorten gibt es im Handel?

Es gibt mehr als 400 Sorten, die sich in Form, Farbe, Geschmack, Saft- und Kerngehalt unterscheiden. Unterteilt werden sie in zwei große Gruppen:

  • Die Bitterorange, auch Pomeranze genannt, hat kleine bittere Früchte. Sie wird häufig als Zierpflanze oder Marmeladenzutat verwendet.
  • Beliebter ist die große Gruppe der Süßorangen. Eine bekannte Sorte ist die Navel-Orange. Sie besitzt eine typische nabelähnliche Ausstülpung, ist kernlos, saftig und leicht zu schälen. Eine andere bekannte Sorte ist die Blutorange. Ihre Färbung ist klimaabhängig und entsteht in trockenen Gebieten mit hohen Temperaturschwankungen.

Inhaltsstoffe: Gesundes Vitamin C

Schon zwei Orangen decken den Tagesbedarf an Vitamin C - gut auch für das Immunsystem, Knochen, Zähne und das Bindegewebe. Vitamin C schützt außerdem vor schädlichen Einflüssen auf Zellen. Der Vitamin-C-Gehalt von Orangen ist deutlich höher als in Bananen und etwas höher als in Äpfeln und Birnen. Mehr Vitamin C enthalten allerdings Gemüsesorten wie Paprika, Fenchel und Kohlrabi.

Orangensaft hat viele Kalorien

Orangensaft wird in ein Glas gegossen © imago images / Shotshop
Ein Liter Orangensaft hat fast so viele Kalorien wie eine Tafel Schokolade.

Ebenso gesund wie das Fruchtfleisch ist die weiße Haut, die oft an der geschälten Orange hängt. Sie enthält gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe. Orangensaft sollte man allerdings nur in Maßen genießen: Darin findet sich der Fruchtzucker der Orange in konzentrierter Form. Ein Liter hat fast so viele Kalorien wie eine Tafel Schokolade. Frische Orangen zu essen ist viel gesünder.

Qualität: Wie erkennt man saftige Orangen?

Nicht jede pralle und makellose Orange ist auch saftig und von guter Qualität. Obstverkäufer empfehlen, vor allem auf die Schale zu schauen. Ist sie grobporig, spricht das für weniger Saft. Glatte Orangen mit einer feinen Schale sollen die saftigsten sein.

Lagerung: Orangen nicht im Kühlschrank aufbewahren

Orangen vertragen keine Kälte. Deshalb gehören sie nicht in den Kühlschrank. Bei Zimmertemperatur halten sie zwei bis drei Wochen. Eine Ausnahme sind unbehandelte Bio-Orangen. Wegen der fehlenden Konservierungsstoffe schimmeln sie oft schon nach wenigen Tagen. Also am besten schnell aufessen. Orangen sollten immer getrennt von Äpfeln aufbewahrt werden, denn Äpfel reifen nach und strömen ein Reifungshormon aus, das den Verderb der Orangen beschleunigt.

Richtige Reife: Darf man grüne Orangen essen?

Grüne Orangen hängen an einem Baum © imago images / Panthermedia
Auch grüne Orangen können reif und genießbar sein.

Viele Menschen glauben, dass reife Apfelsinen auch orangefarbig sein müssen. Das stimmt nicht. Die Orange ist reif, wenn das Fruchtfleisch ein ausgewogenes Verhältnis von Fruchtsäure und Zucker entwickelt hat. Das hat sie aber häufig schon, wenn die Schale noch ganz oder teilweise grün ist. Denn die orange Farbe entsteht erst durch kühle Nächte.

Wenn die Temperaturen auf zehn bis zwölf Grad sinken, schüttet die Orange das Reifehormon Ethen aus, das die Schale orange färbt. Werden die Früchte geerntet, bevor die Nächte kalt sind, bleibt die Schale grün. Viele Verbraucher verbinden mit grüner Schale Unreife und sauren Geschmack. Daher werden grüne Orangen nach der Ernte in großen Lagerhallen nachträglich mit Ethen begast.

Viele Orangen mit Konservierungsmitteln behandelt

Eine Köchin zieht die Schale einer Orange ab. © NDR Foto: Claudia Timmann
Wer die Schale einer Orange verwerten möchte, sollte auf Bio-Früchte zurückgreifen.

Konventionell angebaute Orangen werden häufig nach der Ernte mit Pflanzenschutzmitteln und künstlichem Wachs behandelt, um die Haltbarkeit zu verlängern. Solche Früchte muss der Handel mit Begriffen wie "konserviert" oder "mit Konservierungsstoff" auszeichnen und die verwendeten Mittel nennen. Der Hinweis "unbehandelt" bedeutet lediglich, dass die Früchte nach der Ernte nicht behandelt wurden. Die Schale solcher Früchte sollte nicht verzehrt werden.

Pestizide vermeiden

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, zur Vermeidung zu hoher Pestizidbelastung sich nach dem Schälen behandelter Zitrusfrüchte die Hände zu waschen, bevor man sie isst. Zusätzlich könne man die Früchte vorab abwaschen und abreiben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und außerdem nicht nur das Fruchtfleisch, sondern auch die Schale verarbeiten will, sollte ungespritzte Bio-Orangen kaufen.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 12.11.2018 | 20:15 Uhr

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