Ganze und geschälte Mandarinen auf einem Holztisch. © fotoolia.com Foto: goodween123

Mandarinen, Clementinen und Co: Was unterscheidet sie?

Stand: 28.11.2020 12:41 Uhr

Mandarinen, Clementinen, Tangerinen - jetzt haben die süßen Früchte wieder Saison. Tipps, woran man beim Kauf gute Qualität erkennt und wie sich die verschiedenen Sorten unterscheiden lassen.

Leuchtend orangefarben liegen Mandarinen und ihre Verwandten, die Clementinen, Satsumas und Tangerinen, jetzt wieder in den Obstauslagen von Super- und Wochenmärkten. Die kleinen Früchte sind sehr beliebt, weil sie sich einfach ohne Messer schälen lassen und angenehm süß schmecken. Im Winter haben sie Hauptsaison, denn dann werden sie in den Mittelmeerländern - besonders in Spanien - in großen Mengen geerntet. In den Sommermonaten stammen die Früchte aus Gegenden auf der Südhalbkugel.

Am Anfang war die Mandarine

Zwei Mandarinen-Sorten auf einem Tablett © imago/Westend61
Mandarinen lassen sich leicht kreuzen. So entstehen immer wieder neue Sorten.

Alle Varianten stammen ursprünglich von der Mandarine ab, die seit Jahrtausenden in China angebaut wird. Dieser Begriff wird häufig für jede Frucht dieser Gruppe verwendet. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Sorten deutlich. Echte Mandarinen finden sich nur noch selten im Handel. Sie haben häufig viele Kerne und sind weniger süß, dafür aber aromatischer als etwa Clementinen. Die dünne Schale ist kräftig orange, das Fruchtfleisch teilt sich in neun Segmente. Da sich die Mandarinen-Sorten leicht untereinander kreuzen lassen, entstehen immer wieder neue.

Die beliebte Clementine

Am verbreitetsten sind Clementinen. Sie sind kleiner als Mandarinen und besonders süß. Unter der dicken, kräftig gefärbten Schale haben sie zartes, saftiges Fruchtfleisch in acht bis zwölf Segmenten. Sie sind häufig kernlos. Wie viele Kerne die Frucht hat, hängt auch davon ab, welche Bäume als Bestäuber während der Blütezeit in der Nähe standen. Ursprünglich entstanden Clementinen aus einer Kreuzung von Mandarinen und der Bitterorange Pomeranze. Im Kühlschrank lassen sie sich mehrere Wochen lagern.

Die frühe Satsuma

Die ersten Früchte aus europäischer Ernte im Herbst sind meist Satsumas. Diese Kreuzung aus Mandarine und Orange wurde zunächst in Japan gezüchtet und benötigt weniger Wärme als ihre Verwandten. Allerdings schmecken Satsumas auch weniger aromatisch. Man erkennt sie an ihrer abgeflachten Form und der eher gelblichen Farbe. Die dicke Schale lässt sich leicht von dem kernarmen Fleisch lösen.

Die kleine Tangerine

Tangerinen - der Name bezieht sich auf die marokkanische Stadt Tanger - sind den Mandarinen sehr ähnlich, allerdings deutlich kleiner. Die dünne, porenreiche Schale und das leicht säuerliche Fruchtfleisch sind intensiv orange gefärbt.

Mandarinen einkaufen und Frische erkennen

Da die verschiedenen Sorten optisch nicht immer leicht auseinanderzuhalten sind, empfiehlt es sich, beim Kauf auf das Etikett am Beutel oder an der Kiste zu achten. Eine feste Schale, die sich nicht spürbar vom Fruchtfleisch löst, deutet auf Frische hin. Außerdem lieber zu schweren Früchten greifen, denn sie enthalten mehr Saft als leichte, die möglicherweise schon eingetrocknet sind.

Grüne Stellen an der Schale sind kein Anzeichen für unreife Früchte. Denn erst wenn die Nächte im Anbaugebiet kälter werden, wechselt die Farbe von Grün zu Orange. Für eine schöne Optik werden viele Früchte in klimatisierten Hallen kontrolliert "nachgefärbt". Zu früh geerntete Mandarinen reifen nicht mehr nach und bleiben sauer.

Konservierungsmittel auf der Schale

Ein Zweig mit Früchten an einem Mandarinen-Baum © imago/ALFO
Mandarinen wachsen an mittelgroßen Bäumen in Südeuropa. Nach der Ernte werden sie häufig chemisch behandelt.

Mandarinen sind relativ druckempfindlich und faulen schnell. Früchte aus konventionellem Anbau werden daher nach der Ernte mit fäulnishemmenden Mitteln behandelt. Mit Begriffen wie "konserviert" oder "mit Konservierungsstoff" muss der Handel darauf hinweisen und die verwendeten Mittel nennen. Vor dem Schälen sollte man die Früchte möglichst mit warmem Wasser waschen und abreiben, zumindest aber vermeiden, Schale und Fruchtfleisch anzufassen, ohne sich dazwischen die Hände zu waschen. Kleine Kinder sollten Mandarinen und Co nicht selbst schälen. Alternativ auf Früchte aus Bio-Anbau zurückgreifen.

Gute Vitamin-C-Lieferanten

Die Früchte aus der Familie der Mandarinen-Familie sind relativ reich an Vitamin C, schneiden allerdings im Vergleich zu Orangen schlechter ab. Für den empfohlenen Tagesbedarf eines Erwachsenen müsste man drei bis vier große Früchte essen. Auch in der weißen Schicht zwischen Schale und Frucht stecken wertvolle Stoffe - wer den etwas bitteren Geschmack nicht scheut, isst sie also einfach mit.

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Visite | 03.12.2019 | 20:15 Uhr

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