Stand: 13.12.2018 09:38 Uhr

Mandarinen und Co: Was unterscheidet sie?

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Mandarinen lassen sich leicht kreuzen. So entstehen immer wieder neue Sorten.

Leuchtend orangefarben liegen sie jetzt wieder im Obstregal und auf Märkten: Mandarinen und Co. Die kleinen Früchte sind besonders beliebt, da sie sich einfach ohne Messer schälen lassen und angenehm süß schmecken. Im Winter haben die Südfrüchte Hauptsaison, denn dann werden sie in den Mittelmeerländern - besonders in Spanien - in großen Mengen geerntet. In den Sommermonaten stammen die Früchte aus Gegenden auf der Südhalbkugel. Neben Mandarinen sind auch ihre Verwandten im Angebot: Clementinen, Satsumas und Tangerinen.

Am Anfang war die Mandarine

Alle Varianten stammen ursprünglich von Mandarinen ab, die seit Jahrtausenden in China angebaut werden. So wird der Begriff Mandarine häufig für jede Frucht dieser Gruppe verwendet. Jedoch unterscheiden sich die verschiedenen Sorten deutlich. Echte Mandarinen finden sich nur noch selten im Handel. Sie haben häufig viele Kerne und sind weniger süß, dafür aber aromatischer als etwa Clementinen. Die dünne Schale ist kräftig orange, das Fruchtfleisch teilt sich in neun Segmente.

Das sind die häufigsten Mandarinen-Varianten

Die beliebte Clementine

Am verbreitetsten sind Clementinen, die süßesten Zitrusfrüchte. Unter der dicken, kräftig gefärbten Schale haben sie zartes, saftiges Fruchtfleisch in acht bis zwölf Segmenten. Meist kommen kernlose Clementinen in den Handel. Die Zahl der Kerne hängt auch davon ab, welche Bestäuber während der Blütezeit in der Nähe der mittelgroßen, immergrünen Bäume standen. Da sich die Mandarinen-Sorten leicht untereinander kreuzen lassen, entstehen immer wieder neue Varianten. Clementinen sind aus einer Kreuzung von Mandarinen und der Bitterorange Pomeranze entstanden und kleiner als Mandarinen. Im Kühlschrank lassen sie sich mehrere Wochen lagern.

Die frühe Satsuma

Als erste Früchte aus europäischer Ernte kommen im Herbst Satsumas auf dem Markt. Die Kreuzung aus Mandarine und Orange wurde zunächst in Japan gezüchtet und benötigt weniger Wärme als ihre Verwandten. Allerdings schmecken Satsumas auch weniger aromatisch. Man erkennt sie an ihrer abgeflachten Form und der eher gelblichen Farbe. Die dicke Schale lässt sich leicht von dem kernarmen Fleisch lösen.

Die kleine Tangerine

Tangerinen - der Name bezieht sich auf die marokkanische Stadt Tanger - ähneln Mandarinen stark. Die dünne, porenreiche Schale ist ebenso intensiv gefärbt wie das leicht säuerliche Fruchtfleisch. Allerdings sind Tangerinen deutlich kleiner als Mandarinen.

Gute Vitamin-C-Lieferanten

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Mandarinen wachsen an mittelgroßen Bäumen in Südeuropa.

Wie alle Zitrusfrüchte gilt die Mandarinen-Familie als reich an Vitamin C. Im Vergleich mit Orangen schneidet sie allerdings schlechter ab. Für den empfohlenen Tagesbedarf eines Erwachsenen müsste man drei bis vier große Früchte essen. Das meiste Vitamin C enthalten Satsumas. Auch in der weißen Schicht zwischen Schale und Frucht stecken wertvolle Stoffe.

Tipps für den Einkauf von Mandarinen und Co

Wer beim Kauf wissen möchte, welche Sorte er wählt, sollte auf das Etikett am Beutel oder der Kiste achten. Eine feste Schale, die sich nicht spürbar vom Fruchtfleisch löst, ist ein Zeichen für Frische. Schwere Früchte enthalten mehr Saft als leichte, die schon eingetrocknet sein können. Grüne Stellen an der Schale sprechen nicht für unreife Früchte. Denn erst wenn die Nächte im Anbaugebiet kälter werden, wechselt die Farbe von Grün zu Orange. Für eine schöne Optik werden viele Früchte in klimatisierten Hallen kontrolliert "nachgefärbt". Zu früh geerntete Mandarinen reifen nicht mehr nach und bleiben sauer.

Konservierungsmittel auf der Schale

Obwohl Mandarinen von Natur aus gut verpackt wirken, sind sie druckempfindlich und faulen schnell. Nach der Ernte werden sie daher mit fäulnishemmenden Mitteln behandelt. Der Handel muss mit Begriffen wie "konserviert" oder "mit Konservierungsstoff" darauf hinweisen und die verwendeten Mittel nennen. Vor dem Schälen sollte man die Früchte möglichst mit warmem Wasser waschen und abreiben, zumindest aber vermeiden, Schale und Fruchtfleisch anzufassen, ohne sich dazwischen die Hände zu waschen. Kleine Kinder sollten Mandarinen und Co nicht selbst schälen. Früchte aus Bio-Anbau dürfen nicht behandelt worden sein.

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Dieses Thema im Programm:

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