Brennholz kaufen: Vorsicht bei dubiosen Händlern und Fake-Shops

Stand: 19.10.2022 14:00 Uhr

In der Energiekrise ist die Nachfrage nach Kaminholz und Pellets in die Höhe geschnellt. Die Folge: Die Bestände sind knapp. Dubiose Anbieter fordern horrende Preise. Vorsicht auch bei Fake-Shops.

Viele Menschen greifen aufgrund der gestiegenen Energiepreise auf Holz als alternatives Heizmittel zurück. Doch vielerorts ist auch Holz bereits knapp geworden oder gar nicht mehr verfügbar. Bestellungen werden mitunter nicht mehr angenommen. Das machen sich dubiose Anbieter zunutze. Sie verlangen auf Internetseiten zum einen Preise, die weit über den bereits stark gestiegenen Kosten für Holz liegen. Zum anderen nimmt auch die Zahl von Fake-Shops zu - also Online-Händlern, die sich lediglich als Holzlieferanten ausgeben, aber nichts liefern. Oft locken diese mit sehr günstigen Preisen. Betrugsfälle wurden bereits aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen gemeldet.

Rat der Verbraucherzentrale: "Genau hinschauen"

"Schon in der Corona-Krise haben wir gesehen, dass unseriöse Anbieter die Situation für sich ausnutzen. Damals sind Fake-Shops zu Gartenartikeln, Strandkörben und Fahrrädern wie Pilze aus dem Boden geschossen. Jetzt erleben wir das gleiche Phänomen bei Kamin- und Brennholz sowie Holzpellets", sagte Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Auch wenn das Angebot noch so verlockend sei, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher genau hinschauen und den Shop vor der Bestellung überprüfen, so Körber weiter.

Falsche Adressen, falsche Telefonnummern

Aktuelle Beispiele für Fake-Shops seien etwa buhler-energie.com und bitterlich-brenn-holz.com, teilte die Verbraucherzentrale mit. Beide Shops seien gut gemacht und hätten ein vollständiges Impressum. Vollständig heißt aber nicht korrekt: So sind bei beiden Anbieter die Telefonnummern falsch bzw. nicht aktiv, wie eine Überprüfung des NDR ergab. Ebenso wenig stimmen die angegebenen Adressen. Verwirrend für den Nutzer: Die Betrüger wählen eine Anschrift, die bis auf die Hausnummer der Adresse eines tatsächlich bestehenden Holzhandels gleicht. Dies lässt sich zum Beispiel über Google Maps herausfinden.

Ein Holzhändler aus Bayern berichtete dem NDR, dass er schon viele Anfragen zu dem Fake-Shop mit ähnlicher Adresse bekommen habe. Die Kunden seien verunsichert. Einige seien zu gutgläubig gewesen und bereits auf die Betrüger hereingefallen.

Misstrauisch sein und Angaben überprüfen

Bei weiterer Prüfung fällt nach Angaben von Expertin Körber auf, dass die Seiten der Anbieter nicht in Deutschland gehostet würden, erst seit kurzer Zeit online seien und bereits mehrfach in Online-Foren als Fake-Shops aufgelistet würden. Oftmals helfe es bereits, den Namen des Shops in eine Suchmaschine einzugeben und nach möglichen Beschwerden zu suchen. Allerdings würden sich die Namen der Fake Shops auch häufig ändern. Auffällig gewordene Fake-Shops führt die Verbraucherzentrale in einer Liste auf. Zudem gibt sie Tipps wie man die falschen Online-Händler enttarnt. Auch das Landeskriminalamt in Niedersachsen rät, vor dem Kauf die Seriosität solcher Angebote genau zu prüfen. Dazu listet der Bundesverband Brennholzhandel und Brennholzproduktion auf seiner Website sowohl bislang bekannte Fake-Shops als auch seriöse Händler und Mitgliedsbetriebe auf.

Um sicherzugehen, keinen Betrügern auf den Leim zu gehen, sollten Verbraucher nicht nur Adressen, Telefonnummern und das Impressum der Websites checken, sondern auch auf weitere Punkte achten:

  • misstrauisch sein bei viel zu günstigen Preisen
  • keine Vorkasse leisten - das Geld ist dann weg
  • Kontodaten des Anbieters überprüfen - Vorsicht vor Konten im Ausland

Im Betrugsfall unbedingt Anzeige erstatten

Wer trotzdem auf einen Fake-Shop hereingefallen ist, sollte unbedingt Anzeige erstatten. Nur so könne gegen die Betrüger vorgegangen werden, teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen mit. Um Überweisungen zu stoppen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher außerdem umgehend ihre Bank informieren.

Auch auf das richtige Holz achten

Wenn man Holz kauft, sollte man nicht nur einen seriösen Händler wählen, sondern auch bei der Auswahl des Holzes auf Brennwert und Restfeuchte achten. Buche und Eiche sind wegen ihres recht hohen Brennwerts beliebt. Von Weiden, Pappeln sowie den meisten Nadelhölzern raten Experten ab. Zudem brennt feuchtes Holz nicht gut. Die entstehenden Emissionen werden als gesundheitsschädlich eingestuft. Empfohlen ist laut Stiftung Warentest eine Restfeuchte von etwa 15 Prozent. Das Verfeuern von Holz mit einer Restfeuchte von mehr als 25 Prozent ist in Deutschland verboten. Wie feucht Holz ist, lässt sich mit einem Messgerät herausfinden, das es zum Beispiel im Baumarkt zu kaufen gibt.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.10.2022 | 20:15 Uhr

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