Stand: 15.05.2017 11:30 Uhr

So bleibt Rhododendron kerngesund

Er blüht üppig in zahllosen Farben und kann über die Jahre eine beachtliche Größe erreichen: Rhododendron. Die überwiegend immergrüne Pflanze, die auch unter den Namen Alpenrose oder Rosenbaum bekannt ist, ist ausgesprochen beliebt und ziert viele Gärten. Es gibt insgesamt etwa 1.000 Arten. Damit die Pflanze sich optimal entwickelt, ist es wichtig, vor dem Pflanzen den richtigen Standort auszuwählen und Krankheiten rechtzeitig zu erkennen.

Schnitt und Pflege für den Rhododendron

Der richtige Standort

Der Standort spielt für die Gesundheit der aus der Familie der Heidekrautgewächse stammenden Pflanze eine wichtige Rolle. Denn nur in lichtem Schatten oder Halbschatten fühlt sich Rhododendron richtig wohl. Bekommt er zu wenig Licht, blüht er kaum - bei zu viel Sonne trocknet er vor sich hin. Als Nachbarpflanze von schattenspendenden Bäumen eignet er sich deshalb ideal.

Rhododendron pflanzen

Die beste Pflanzzeit ist von März bis Mitte Mai und von September bis Mitte November. An den Boden haben die Moorbeetpflanzen besondere Ansprüche: kalkfrei, sauer, locker, nährstoffreich und wasserdurchlässig muss er sein, mit einem pH-Wert von 4,5 bis maximal 6. Da viele Gartenböden diesem Säurewert nicht entsprechen, sollte der Pflanzenerde noch 50 bis 70 Prozent heller und nicht gekalkter Torf beigemischt werden. Die Pflanzgrube drei- bis viermal breiter und etwas tiefer ausheben als der Wurzelballen misst. So können die Pflanzen einige Jahre in optimaler Erde wurzeln.

Rindenmulch hält den Boden feucht

Eine bis zu drei Zentimeter dicke Mulchschicht aus Kiefern- oder Fichtenrinde hält den Boden länger feucht und verhindert Unkrautbewuchs. Da Rinden- und Holzmulch Stickstoffmangel verursacht, sollte zusätzlich mit Hornspänen gedüngt werden. Zur Düngung empfiehlt sich eine Mischung aus einem langsam fließenden Volldünger und Hornspänen zu gleichen Teilen. Die erste Düngung erfolgt vor der Blüte und die zweite mit halber Menge Ende Juni bis Mitte Juli. Ein Busch von einem Meter Höhe und Breite benötigt zur Frühjahrsdüngung etwa 100 Gramm der erwähnten Mischung. Der Dünger wird gleichmäßig  unter der Blattkrone verteilt. Kleinblättrige Rhododendren kommen mit der halben Nährstoffmenge aus.

Krankheiten erkennen und behandeln

Wenn sich am Rhododendron statt saftig grüner Blätter Fraßspuren oder kümmerliches und braunes Blattwerk zeigen, ist das ausgesprochen ärgerlich. Selbst der perfekteste Standort ist leider keine Garantie für eine lebenslang gesunde Pflanze. Am schnellsten lassen sich Krankheiten an Blättern und Knospen erkennen - die Diagnose ist meist eindeutig.

Eingerollte Blätter - ein Zeichen für Trockenheit

Ein typisches Anzeichen für Trockenheit sind eingerollte Blätter. Der Rhododendron versucht, sich selbst zu schützen, indem er die Verdunstungsfläche verkleinert. Gezieltes Wässern des Wurzelballens hilft meist schnell, wobei Staunässe vermieden werden muss. Eine Schicht Rindenmulch schützt den Boden vor zu schneller Austrocknung.

Gelbe Blätter deuten auf Nährstoffmangel hin

Gelbe Blätter bedeuteten: Dem Rhododendron fehlt Stickstoff. Erkennen Hobbygärtner außerdem ein Grätenmuster auf den Blättern, fehlt zusätzlich Eisen. Das ist ein untrügliches Zeichen für einen zu hohen pH-Wert des Bodens. Der Rhododendron kann das in der Erde befindliche Eisen nur schlecht aufnehmen. Ein spezieller Rhododendron-Dünger aus dem Fachhandel führt der Pflanze kurzfristig die fehlenden Nährstoffe zu. Zum Gießen nur weiches Regenwasser nehmen und langfristig mit Rindenhumus mulchen.

Hilfe bei Pilz- und Schimmelbefall

Verfärben sich die Blätter an Blattrand oder Spitze braun, leidet der Rhododendron an einem Pilzbefall, der Blattfleckenkrankheit. Hier hilft oft nur der Griff zu einem exakt auf den Befall abgestimmten Anti-Pilz-Mittel (Fungizid). Doch ein Versuch lohnt sich: Wer auf Chemie verzichten will, sammelt akribisch alle befallenen Blätter heraus, entsorgt sie im Hausmüll und beobachtet genau, wie sich die Pflanze weiterentwickelt. Gesellt sich zu den braunen Flecken eine gräuliche Schicht, hat die Grauschimmel-Fäule zugeschlagen. Die Fäule tritt überwiegend bei sehr feuchtem und warmem Wetter auf. Ein spezielles Fungizid hilft, den Befall zu stoppen. Abgefallene Blätter zusätzlich im Hausmüll entsorgen.

Rhododendron-Zikade verursacht schwarze Knospen

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Die schwarzen Knospen müssen abgesammelt und im Hausmüll entsorgt werden.

Schwarze, vertrocknete Knospen sind das Ergebnis des Befalls mit der Rhododendron-Zikade. Das Schadinsekt sticht in die Knospe und legt dort seine Eier ab. Durch das Einstechen dringen zusätzlich Pilze bis tief in die Knospe ein. Erste Maßnahme: Alle schwarzen Knospen absammeln und im Hausmüll entsorgen. Das vermindert den Befall durch die nächste Zikaden-Generation. Spritzmittel gegen saugende und beißende Insekten bekämpfen die Zikade auf chemischem Weg. Auf natürlichere Weise helfen sogenannte Gelbtafeln, an denen die Insekten kleben bleiben.

Den Gemeinen Dickmaulrüssler bekämpfen

Der Gemeine Dickmaulrüssler hat den Rhododendron zum Fressen gern. Am Blattrand angenagte Blätter sind ein untrügliches Zeichen, dass sich der Schädling an ihm vergnügt. Am gefährlichsten sind die Larven des nachtaktiven Tierchens, denn sie leben im Boden und fressen dort die Wurzeln an. Effektiv sind umgestülpte Tontöpfe, die im Wurzelbereich aufgestellt werden und unter denen sich der Dickmaulrüssler tagsüber "versteckt". So lässt er sich absammeln. Gegen Larven helfen Fadenwürmer, sogenannte Nematoden. Diese natürlichen Gegenspieler dringen in die Schädlinge ein und fressen sie auf. Die Nematoden gibt es im guten Gartenfachhandel. Diese rein biologische Methode ist absolut unschädlich für Mensch und Tier - ausgenommen den gefräßigen Dickmaulrüssler.

Blattverbrennungen an heißen Tagen können Sie vermeiden, wenn Sie am frühen Morgen oder spät am Abend zur Gießkanne greifen und nie direkt über die Blätter gießen.

Rhododendron richtig schneiden

Der optimale Schnittwinkel liegt bei den meisten Pflanzen ungefähr bei 45 Grad (halber rechter Winkel), damit sich kein Wasser auf der Schnittkante sammeln kann. Rhododendren bilden da eine Ausnahme. Die sogenannten ruhenden Knospen liegen direkt unter dem Blattschopf, beziehungsweise der Verzweigung. Deshalb erfolgt hier der Schnitt unter einer Abzweigung. Selbst bei starken Ästen befinden sich noch ruhende Knospen nicht sichtbar unter der Rinde. Auch bei starkem Rückschnitt bis ins mehrjährige Holz treiben Rhododendren sicher wieder aus. Geeignete Zeitpunkte sind vor der Blüte, etwa von Februar bis Anfang März, und nach der Blüte, also je nach Sorte ab Ende Mai.

Dieses Thema im Programm:

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