Stand: 02.05.2019 15:15 Uhr

So bleibt Rhododendron kerngesund

Er blüht üppig in zahllosen Farben und kann über die Jahre eine beachtliche Größe erreichen: Rhododendron, auch Alpenrose genannt. Die überwiegend immergrüne Pflanze, zu der auch die Azaleen gehören, ist ausgesprochen beliebt und schmückt viele Gärten. Damit Rhododendren sich optimal entwickeln, ist es wichtig, den richtigen Standort und das passende Substrat auszuwählen und Krankheiten rechtzeitig zu bekämpfen.

Rhododendronstrauch mit rosanen Blüten.

So gedeiht Rhododendron am besten

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Rhododendren zählen zu den schönsten Blütengehölzen, sind beim Boden aber anspruchsvoll. Gärtner Ole Beeker zeigt, wo sie richtig stehen und wie man ihre Blühte fördert.

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Der richtige Standort und passende Nachbarn

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Azaleen blühen üppig und sehen schön in Kombination mit japanischem Ahorn aus.

Der Standort spielt für die Gesundheit von Rhododendren eine wichtige Rolle. Denn nur in lichtem Schatten oder Halbschatten fühlt sich die Pflanze richtig wohl. Bekommt sie zu wenig Licht, blüht sie kaum - bei zu viel Sonne trocknet sie vor sich hin. Als Nachbarpflanze von schattenspendenden Bäumen eignet sich Rhododendron deshalb ideal. In Kombination mit fein- und helllaubigen Gehölzen und Stauden sehen die dunkelgrünen Blätter besonders attraktiv aus. Hübsche Begleiter sind zum Beispiel Schaumblüte, Elfenblume, Gedenkemein und Alpenglöckchen.

Viele verschiedene Sorten

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Es gibt mehr als 1.000 Rhododendron-Arten und unzählige Sorten. Sie unterscheiden sich nicht nur durch die Farben ihrer Blüten - die von Weiß bis Dunkelviolett reichen - , sondern auch durch ihre Wuchshöhe und -breite. Während klassische Rhododendren mehrere Meter hoch werden können und entsprechend viel Platz benötigen, sind Zwergrhododendren (Rhododendron impeditum) und -azaleen (Rhododendron obtusum) ideal für kleinere Gärten und Kübel. Einige werden nicht höher als 30-45 Zentimeter und eignen sich auch für Steingärten.

Rhododendron pflanzen

Die beste Pflanzzeit ist von März bis Mitte Mai und von September bis Mitte November. An den Boden haben die Moorbeetpflanzen besondere Ansprüche: kalkfrei, sauer, locker, nährstoffreich und wasserdurchlässig muss er sein, mit einem pH-Wert von 4,5 bis maximal 6. Da viele Gartenböden diesem Säurewert nicht entsprechen, ist eine Spezialerde für Rhododendron empfehlenswert. Die Pflanzgrube drei- bis viermal breiter und etwas tiefer ausheben als der Wurzelballen misst und mit der Erde auffüllen. So können die Pflanzen einige Jahre in optimaler Erde wurzeln.

Rindenmulch hält den Boden feucht

Eine bis zu drei Zentimeter dicke Mulchschicht aus Kiefern- oder Fichtenrinde hält den Boden länger feucht und verhindert Unkrautbewuchs. Da Rinden- und Holzmulch Stickstoffmangel verursacht, sollte zusätzlich mit Hornspänen gedüngt werden. Zur Düngung empfiehlt sich eine Mischung Volldünger und Hornspänen zu gleichen Teilen. Die erste Düngung erfolgt vor der Blüte und die zweite mit halber Menge Ende Juni bis Mitte Juli. Ein Busch von einem Meter Höhe und Breite benötigt zur Frühjahrsdüngung etwa 100 Gramm der erwähnten Mischung. Der Dünger wird gleichmäßig  unter der Blattkrone verteilt. Kleinblättrige Rhododendren kommen mit der halben Nährstoffmenge aus.

Rhododendron-Krankheiten erkennen und behandeln

Wenn sich am Rhododendron statt saftig grüner Blätter Fraßspuren oder kümmerliches und braunes Blattwerk zeigen, ist das ausgesprochen ärgerlich. Selbst der perfekteste Standort ist leider keine Garantie für eine lebenslang gesunde Pflanze. Am schnellsten lassen sich Krankheiten an Blättern und Knospen erkennen - die Diagnose ist meist eindeutig.

Eingerollte Blätter - ein Zeichen für Trockenheit

Ein typisches Anzeichen für Trockenheit sind eingerollte Blätter. Der Rhododendron versucht, sich selbst zu schützen, indem er die Verdunstungsfläche verkleinert. Gezieltes Wässern des Wurzelballens hilft meist schnell, dabei unbedingt Staunässe vermeiden. Eine Schicht Rindenmulch schützt den Boden vor zu schneller Austrocknung.

Gelbe Blätter deuten auf Nährstoffmangel hin

Gelbe Blätter bedeuteten: Dem Rhododendron fehlt Stickstoff. Erkennen Hobbygärtner außerdem ein Grätenmuster auf den Blättern, fehlt zusätzlich Eisen. Das ist ein untrügliches Zeichen für einen zu hohen pH-Wert des Bodens. Der Rhododendron kann das in der Erde befindliche Eisen nur schlecht aufnehmen. Ein spezieller Rhododendron-Dünger aus dem Fachhandel führt der Pflanze kurzfristig die fehlenden Nährstoffe zu. Zum Gießen nur weiches Regenwasser verwenden und langfristig mit Rindenhumus mulchen.

Was tun bei Pilz- und Schimmelbefall?

Verfärben sich die Blätter an Blattrand oder Spitze braun, leidet der Rhododendron an einem Pilzbefall, der Blattfleckenkrankheit. Hier hilft oft nur der Griff zu einem exakt auf den Befall abgestimmten Anti-Pilz-Mittel (Fungizid). Zeigt sich eine gräuliche Schicht auf den Blättern, hat die Grauschimmel-Fäule zugeschlagen. Sie tritt überwiegend bei sehr feuchtem und warmem Wetter auf. Ein spezielles Fungizid hilft, den Befall zu stoppen. Abgefallene Blätter im Hausmüll entsorgen.

Rhododendron-Zikade verursacht schwarze Knospen

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Die schwarzen Knospen müssen abgesammelt und im Hausmüll entsorgt werden.

Schwarze, vertrocknete Knospen sind das Ergebnis des Befalls mit der Rhododendron-Zikade. Das Schadinsekt sticht in die Knospe und legt dort seine Eier ab. Durch das Einstechen dringen zusätzlich Pilze bis tief in die Knospe ein. Erste Maßnahme: Alle schwarzen Knospen absammeln und im Hausmüll entsorgen. Das vermindert den Befall durch die nächste Zikaden-Generation. Spritzmittel gegen saugende und beißende Insekten bekämpfen die Zikade auf chemischem Weg. Auf natürlichere Weise helfen sogenannte Gelbtafeln, an denen die Insekten kleben bleiben.

Den Gemeinen Dickmaulrüssler bekämpfen

Am Blattrand angenagte Blätter sind ein untrügliches Zeichen für den Gemeinen Dickmaulrüssler. Am gefährlichsten sind die Larven des nachtaktiven Tierchens, denn sie leben im Boden und fressen dort die Wurzeln an. Effektiv zur Bekämpfung sind umgestülpte Tontöpfe, die im Wurzelbereich aufgestellt werden und unter denen sich der Dickmaulrüssler tagsüber "versteckt". So lässt er sich einsammeln. Gegen Larven helfen Fadenwürmer, sogenannte Nematoden. Diese natürlichen Gegenspieler dringen in die Schädlinge ein und fressen sie auf. Die Nematoden sind im Gartenfachhandel erhältlich und für Menschen und Tiere absolut unschädlich.

Blattverbrennungen an heißen Tagen lassen sich vermeiden, wenn man nur am frühen Morgen und spätem Abend wässert und nie Wasser direkt über die Blätter gießt.

Rhododendron richtig schneiden

Grundsätzlich ist es nicht nötig, Rhododendron zu beschneiden. Soll er dennoch gestutzt werden, liegt der optimale Schnittwinkel ungefähr bei 45 Grad (halber rechter Winkel), damit sich kein Wasser auf der Schnittkante sammeln kann. Da die sogenannten ruhenden Knospen direkt unter dem Blattschopf beziehungsweise der Verzweigung liegen, sollte der Schnitt unter einer Abzweigung erfolgen. Selbst bei starken Ästen befinden sich noch ruhende Knospen nicht sichtbar unter der Rinde. Auch bei starkem Rückschnitt bis ins mehrjährige Holz treiben Rhododendren sicher wieder aus. Geeignete Monate für einen Schnitt sind die Zeit vor der Blüte, etwa von Februar bis Anfang März, und die Zeit nach der Blüte, also je nach Sorte ab Ende Mai.

Rhododendron schneiden und pflegen

Dieses Thema im Programm:

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