Clematis pflanzen: So schön blüht die Waldrebe

Stand: 15.08.2021 19:00 Uhr

Clematis sind wahre Kletterkünstler und verschönern einfach jeden Garten. Sie gedeihen aber auch im Kübel. Worauf kommt es bei der Pflege und beim Pflanzen an?

Sie verschönert triste Holzzäune, Hauswände oder Carports sowie Hecken und Bäume und gilt deshalb als Königin der Kletterpflanzen. Mit ihren wunderschönen Blüten zählt die Clematis, auch als Waldrebe bekannt, zu den beliebtesten Zierpflanzen. Zu dieser Pflanzengattung zählen rund 300 Arten und zahllose Züchtungen.

Robuste Wildarten für jede Jahreszeit

Rosa blühende Clematis © NDR
Unzählige Blüten: Viele Clematis-Arten sind robust und langlebig.

Als besonders robust gelten Wildarten wie die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina), Anemonen-Waldrebe (Clematis montana) und die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba). Deren Blüten sind zwar kleiner als die von modernen großblumigen Züchtungen. Dafür werden sie aber seltener von Krankheiten befallen und sind langlebig. Je nach Art erstreckt sich die Blütezeit von Frühling bis Herbst. Die Wildarten wachsen besonders kräftig und müssen nicht regelmäßig geschnitten werden.

Clematis-Züchtungen mit sehr großen Blüten

Lilafarbene Blüten einer Clematis der Sorte "Multi Blue" © imago images / Manfred Ruckszio
Die großblumige Clematis-Sorte "Multi Blue" blüht zwei Mal im Jahr.

Sie sind zwar empfindlicher und werden in der Regel nicht so groß, sehen dafür aber beeindruckend aus: Sogenannte großblumige Hybride bestechen mit ihrer Blütenpracht und blühen häufig zwei Mal im Jahr. Imposant sind etwa die Blüten der Sorte "The President", die einen Durchmesser zwischen 12 und 18 Zentimetern erreichen können. Diese Clematis kann bis zu fünf Meter in die Höhe klettern.

Eine nicht weniger prächtige Sorte ist "Multi Blue" mit ihren acht bis zwölf Zentimeter großen gefüllten Blüten. Bei guter Pflege blüht sie fast den gesamten Sommer durch. Im Gegensatz zu vielen anderen Sorten bietet sie aber Insekten keine Nahrung.

Großblumige Hybriden werden in der Regel zwei Mal im Jahr geschnitten: Zum Anregen einer zweiten Blüte werden etwa im Juni alte Fruchtstände und das darunterliegende Blattpaar entfernt. Vor dem Austrieb im Frühjahr wird die gesamte Pflanze auf knapp einen Meter zurückgeschnitten.

Der richtige Standort für Clematis

Unter einen Baum gepflanzte Clematis © NDR Foto: Udo Tanske
Nach dem Pflanzen schützt eine Schicht Mulch den Boden vor dem Austrocknen.

Clematis gehören zu den eher anspruchslosen Pflanzen. Bei der Wahl des Standorts sollte man jedoch darauf achten, dass der obere Teil der Pflanze eher in der Sonne wächst, der "Fuß" aber bis zu einer Höhe von 30 bis 50 Zentimeter beschattet wird und möglichst nicht austrocknet. Hilfreich ist es deshalb, nach dem Pflanzen eine Schicht Mulch rund um die Clematis zu verteilen und beispielsweise niedrigwüchsige Stauden wie Funkien oder Storchschnabel zu pflanzen. Gerade im ersten Jahr benötigt die Waldrebe ordentlich Wasser und Dünger. Staunässe verträgt sie jedoch gar nicht.

Wer also einen eher verdichteten und lehmigen Gartenboden hat, sollte beim Einpflanzen das Pflanzloch mit einer dicken Kiesschicht ausstatten. Eine Rankhilfe erleichtert zusätzlich das Anwachsen, falls die Clematis nicht an einen Zaun oder an einen Baum gepflanzt wird. Clematis eignen sich auch hervorragend als Begleiter von Kletterrosen. Damit die feinen Wurzeln der Waldrebe nicht von der Rose bedrängt werden, kann beim Pflanzen senkrecht eine Wurzelsperre gesetzt werden. Dafür eignet sich eine Fliese oder ein altes Brett.

Clematis pflanzen und düngen

Eine blühende Clematis berankt ein Balkongeländer © NDR
Das Geländer ist kaum zu erkennen: Unter idealen Bedingungen rankt Clematis viele Meter und blüht üppig.

Ist der richtige Standort gefunden, empfiehlt es sich, die Clematis beim Einpflanzen so zu tief ins Pflanzloch zu setzen, dass die unteren zwei Blattpaare mit eingegraben sind. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, falls sie von der recht verbreiteten Clematiswelke, einer Pilzerkrankung, befallen werden sollte. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Pflanze nach einem Rückschnitt neu austreibt. Soll die Waldrebe eine Mauer oder Betonwand beranken, sollte der Pflanzabstand etwa 30 Zentimeter betragen.

Guter Mutterboden, gemischt mit älterem Kompost, bietet gute Startvoraussetzungen. Zusätzlich beim Pflanzen Hornspäne als organischen Langzeitdünger untermischen. Beste Pflanzzeit ist im Frühjahr oder zwischen August und Oktober.

Clematis auch für Topf geeignet

Die Clematis eignet sich auch als Kübelpflanze für den Balkon. Das Pflanzgefäß sollte mindestens 25 Liter fassen. Ganz wichtig ist eine gute Drainage: Der Kübel braucht ein Abzugsloch für Wasser, eine großzügige Schicht Blähton unter der Blumenerde hilft Staunässe zu vermeiden. Beim Substrat sollte man auf gute Qualität achten, nach etwa vier Jahren die Erde auswechseln. Beim Kauf darauf achten, dass die ausgewählte Sorte nicht höher als 1,50 bis 2 Meter wird. Zum Ranken eignen sich ein Gitter an der Wand oder eine ausreichend große Kletterhilfe im Kübel.

Clematisblüte.  Foto: Helmut Hohaus, Vienenburg
AUDIO: Clematis – wunderschön und pflegeleicht (41 Min)
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Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 16.08.2021 | 21:00 Uhr

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