Welke Blüten und Blätter einer Clematis © picture alliance/Photosho Foto: Michael Warren

Welkepilz: Was hilft bei vertrockneten Clematis-Blättern?

Stand: 02.12.2020 12:10 Uhr

Wenn die Clematis plötzlich vertrocknet aussieht oder braune Flecken hat, ist häufig eine Pilzerkrankung, die Clematiswelke, die Ursache. In vielen Fällen kann die Pflanze gerettet werden.

In vielen Gärten wächst eine Clematis. Die auch als Waldrebe bekannte Pflanze wird oft als Begleitpflanze zu Kletterrosen gepflanzt. Eigentlich ist die Clematis ziemlich pflegeleicht. Plötzlich vertrocknete Blüten und Blätter können jedoch ein Hinweis auf eine Pilzerkrankung sein.

Clematiswelke: Pilzbefall ist typische Krankheit

Häufig leiden insbesondere sogenannte großblumige Hybriden, also spezielle Züchtungen mit großen Blüten, an der sogenannten Clematiswelke. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die zum Absterben der oberirdischen Pflanzenteile führen kann. Es gibt zwei Arten der Welkekrankheit: die Phoma-Clematiswelke und die Fusarium-Clematiswelke.

Fusarium-Clematiswelke: Gute Chancen auf Erholung

Ist die Pflanze von der Fusarium-Clematiswelke befallen, kann sie meist gerettet werden. Der Pilzbefall führt dazu, dass die Leitungsbahnen der Clematis blockiert werden. Die Pflanze wird dann nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und scheint trotz ausreichender Wasserversorgung zu vertrocknen.

Clematis stark zurückschneiden

Sobald der Befall entdeckt wird, müssen Hobbygärtner die befallenen Pflanzenteile unbedingt entfernen. Wichtig ist, die Clematis bis ins gesunde Holz zurückzuschneiden und die abgeschnittenen Teile in den Restmüll zu geben. Sie sollten nicht auf dem Kompost landen oder gar unter der Clematis liegen bleiben, damit sich der Pilz nicht erneut ausbreiten kann.

Die zurückgeschnittene Clematis treibt meist ziemlich schnell wieder aus. Zur Unterstützung die Pflanze düngen, denn der Pilz greift oft gerade die Pflanzen an, die weniger vital sind.

Bräunliche Blattflecken sind Anzeichen der Phoma-Clematiswelke

Am häufigsten werden die Pflanzen von der Phloma-Clematiwelke befallen. Zu erkennen ist die Krankheit an zunächst kleinen hellbraunen, gelblichen Flecken. Diese Flecken vergrößern sich mit der Zeit und werden dunkler, bis das gesamte Blatt zerstört ist. Die Krankheit breitet sich häufig sehr schnell aus und kann insbesondere bei feuchtwarmem Klima innerhalb von nur etwa zwei Wochen zum Absterben der oberirdischen Pflanzenteile führen.

Fungizid bekämpft den Pilzbefall

Die ersten Flecken zeigen sich in der Regel an der Unterseite älterer Blätter im unteren Bereich der Pflanze. Alle kranken Blätter müssen entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Anschließend empfiehlt sich eine Behandlung mit einem Pilzbekämpfungsmittel (Fungizid). Meist übersteht die Clematis auf diese Weise die Erkrankung. Selbst wenn alle oberirdischen Pflanzenteile erkrankt sind, treibt die Clematis oft nach einigen Jahren erneut wieder aus.

Tipp: Beim Pflanzen die Clematis so tief setzen, dass die ersten Blattpaare mit eingegraben sind. So wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Pflanze nach einem Pilzbefall erneut austreibt.

Zart-rosa Clematisblüten © NDR Foto: Anja Deuble
AUDIO: Clematis pflanzen, pflegen und düngen (42 Min)
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Rosafarbene Clematisblüte der Sorte 'Ville de Lyon' © imago images / Manfred Ruckszio

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 05.12.2020 | 06:50 Uhr

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