Stand: 23.11.2018 09:10 Uhr

Zimmerpflanzen im Winter richtig pflegen

Gerade in den Wintermonaten benötigen Zimmerpflanzen besondere Pflege, denn sie haben es nicht leicht zu überleben. Sie bekommen wenig Tageslicht und stehen meist in stark aufgeheizten Räumen, was sie anfälliger für Schädlinge macht. Oft ist außerdem die Luftfeuchtigkeit nicht optimal und die Pflanzen werden falsch gegossen.

Gärtner Ole Beeker erklärt, wie man kränkelnden Pflanzen helfen kann.

Kränkelnde Zimmerpflanzen wieder aufpäppeln

Mein Nachmittag -

Gestresste Zimmerpflanzen werden oft von Krankheiten befallen. Gärtner Ole Beeker erklärt, was oft bei der Pflege schiefläuft und wie man kränkelnden Pflanzen helfen kann.

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Blähtonkugeln im Übertopf gegen Fäulnis

Blühende Pflanzen wie Azalee, Alpenveilchen oder das Flammende Käthchen benötigen neben einem hellen Platz regelmäßig Wasser. Die Erde im Topf sollte vor dem nächsten Gießen aber schon recht trocken sein. Ständig feuchte Erde neigt zu Schimmelbildung und ist zudem ein gutes Milieu für Krankheitserreger.

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Mit einer Drainageschicht aus Steinchen im Übertopf lässt sich Staunässe vermeiden.

Ein großer Übertopf hilft, Fäulnis zu vermeiden. Ein paar Steinchen oder Blähtonkugeln darin bilden die Grundlage. Einfach das Wasser in den Übertopf gießen - und zwar gerade so viel, dass die Steine bedeckt sind. Der Wurzelballen steht so nicht komplett im Nassen und die Wurzeln ziehen immer nur so viel Feuchtigkeit, wie sie wirklich benötigen. Außerdem erhöht das aufsteigende verdunstende Wasser die Luftfeuchtigkeit.

Pflege von Orchideen

Der häufigste Pflegefehler im Umgang mit Orchideen ist übermäßiges Gießen. Die Wurzeln beginnen zu faulen, die komplette Pflanze geht ein. Auch hier hilft der richtige Übertopf: Ein Absatz im Inneren des Topfes verhindert, dass die Orchidee direkten Bodenkontakt hat. Überschüssiges Wasser kann ablaufen, sich am Boden des Topfes sammeln und fügt so den Wurzeln keinen Schaden zu.

Richtig gießen: Einmal pro Woche reicht

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Zu starkes Gießen lässt die Wurzeln von Orchideen faulen.

In der Regel gilt: Hebt man die Pflanze an und sie erscheint ungewöhnlich leicht, darf nachgegossen werden. Ist der Topf noch schwer, kann mit dem Gießen gewartet werden. Das Substrat sollte zwischen den Gießgängen gut abtrocknen. Für die meisten Pflanzen ist es ausreichend, sie einmal pro Woche zu wässern. Beim Elefantenfuß und bei Kakteen genügt in der Regel ein Rhythmus von zwei bis drei Wochen.

Spüli gegen Trockenheit

Ist der Wurzelballen einer Pflanze sehr ausgetrocknet, nimmt er nur schlecht Wasser an. Ein bis zwei Tropfen Geschirrspülmittel im Gießwasser wirken hier Wunder: Die Oberflächenspannung des Wassers sinkt, dadurch wird es leichter und schneller vom Ballen aufgenommen.

Für ausreichend Licht sorgen

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Lichtmangel ist für viele Pflanzen im Winter ein zusätzliches Problem. Selbst Zimmerpflanzen, die sonst auch weniger helle Standorte vertragen, zum Beispiel viele Farne, Glücksfeder und Drachenbaum, leiden in der dunklen Jahreszeit unter den schlechten Lichtverhältnissen. Über die Wintermonate sollten sie deshalb in Fensternähe stehen. Farne, Drachenbaum, Ficus und Elefantenfuß bevorzugen zudem einen etwas kühleren Standort.

Staub von den Blättern entfernen

Gerade in den Wintermonaten lässt sich zudem oft ein feiner Staubfilm auf den Blättern nieder. Der sollte regelmäßig mit warmem Wasser entfernt werden. Das tut der Pflanze gut - denn nun kommt wieder genügend Licht ans Grün. Wer kalkfreies Wasser, also Regenwasser oder abgekochtes Wasser, verwendet, erspart sich das "Nachpolieren".

Trockene Luft und hohe Temperaturen begünstigen Schädlinge

Schädlinge treten bei Zimmerpflanzen im Winter häufiger auf, da die trockene Luft und die relative hohen Zimmertemperaturen deren Vermehrung begünstigen. Relativ verbreitet sind Schild-, Woll- und Schmierläuse, Trauermücken und manchmal auch Thripsen.

Spinnmilben mit einfachen Mitteln bekämpfen

Feine, silbrig helle, über das Blatt versprenkelte Stellen, Gespinste und vertrocknete Blätter deuten auf einen Befall mit Spinnmilben hin. Die Pflanze sollte dann zunächst von den anderen isoliert werden. Mithilfe von Präparaten auf Ölbasis, durch das Aussetzen von Nützlingen wie Gallmücken oder auch durch Abduschen und mehrtägiges Überstülpen einer durchsichtigen Plastiktüte wird man die Schädlinge wieder los.

Nützlinge gezielt einsetzen

Schild-, Woll- und Schmierläuse befallen unter anderem Orchideen, Ficus und Kakteen. Zu erkennen sind sie an ihren klebrigen Ausscheidungen an den Blättern. Auch Läuse lassen sich gut durch das Ausbringen von Nützlingen wie Florfliegen und Marienkäfer bekämpfen, die im Internet bei verschiedenen Nützlings-Anbietern erhältlich sind.

Für Luftfeuchtigkeit sorgen

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Regelmäßiges Besprühen hilft den Pflanzen, mit der trockenen Luft besser zurechtzukommen.

Noch besser ist es allerdings, den unerwünschten Gästen vorzubeugen. Hierzu ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanze zu erhöhen, etwa durch Raumbefeuchter oder einen Zimmerbrunnen. Zusätzlich die Pflanzen mehrmals in der Woche mit Wasser aus einer Sprühflasche besprühen. Die kleinen Wassertropfen legen sich wie ein feiner Nebelschleier auf die Blätter und spenden so ebenfalls Feuchtigkeit. Das Besprühen hilft zusätzlich gegen braune Blattspitzen, die ebenfalls oft Folge der trockenen Heizungsluft sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 29.12.2018 | 06:50 Uhr

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