Rosa blühende Phalaenopsis © imago images / Imaginechina-Tuchong

Orchideen: Die Lieblinge auf der Fensterbank

Stand: 09.07.2021 09:00 Uhr

Sie zählen zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Kein Wunder, denn Orchideen sehen grazil aus und blühen mit der richtigen Pflege lange. Worauf kommt es an beim Gießen und Düngen?

Orchideen gibt es in vielen attraktiven Farben und Blütenformen und die allermeisten Sorten sind unkompliziert in der Pflege. Pflanzen der Gattung Phalaenopsis zählen hierzulande zu den am häufigsten angebotenen Orchideen. Sie stammen ursprünglich aus dem tropischen Regenwald und gedeihen dort als sogenannte Aufsitzerpflanze, wachsen also auf Bäumen.

Vertragen Orchideen pralle Sonne?

Vanda-Orchidee © Fotolia.com Foto: Auttapon Moonsawad
Vanda-Orchideen eignen sich gut für helle Badezimmer.

In ihrer natürlichen Umgebung haben Orchideen immer ein schützendes Blätterdach über sich. Deshalb sollten sie auch nicht in der prallen Sonne stehen. Ein West- oder Ost-Fenster ist ideal. Die Pflanzen bevorzugen eine eher hohe Luftfeuchtigkeit. Vanda-Orchideen beispielsweise eignen sich deshalb besonders gut für helle Badezimmer. Pflanzenfreunde sollten Blätter und Lufwurzeln ihrer Orchideen regelmäßig mit kalkarmem Wasser besprühen. Das ist besonders wichtig, wenn sich das Fensterbrett genau über einer Heizung befindet.  

Orchideen besser in Wasser tauchen statt gießen

Auch beim Gießen sind Orchideen sehr pflegeleicht. Im Winter sollten die Pflanzen einmal in der Woche aus dem Topf genommen und mit den Wurzeln in abgestandenes oder abgekochtes Leitungswasser getaucht werden, Regenwasser eignet sich noch besser. Im Tauchbad saugen die Wurzeln Wasser auf und speichern einen Vorrat für die nächsten Tage.

VIDEO: Orchideen wässern: So geht's (1 Min)

Frühestens nach etwa einer Woche, wenn das Substrat trocken und hellbraun ist, brauchen sie wieder Wasser. Ein einfacher Trick hilft bei der Beurteilung: Erscheint die Pflanze beim Anheben ungewöhnlich leicht, braucht sie Wasser. Ist der Topf noch schwer, kann später gegossen werden. In jedem Fall muss das überschüssige Gießwasser ablaufen können.

Blähton erhöht die Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit lässt sich auch mithilfe von Blähton erhöhen. Dafür die feuchten Kügelchen in einen großen Übertopf geben und dort hinein den kleineren Kunststoffbehälter der Orchidee stellen. Das Wasser verdunstet durch die Wärme in der Wohnung langsam, steigt nach oben und befeuchtet so die Pflanze. Es gibt auch spezielle Fensterbank-Sets für Orchideen zu kaufen. Sie funktionieren genauso wie der Übertopf mit Blähton, sind aber teurer.

Die richtige Erde und Düngung für Orchideen

Orchideen-Substrat © picture alliance / dpa Themendienst Foto: Catherine Waibel
Orchideen benötigen spezielles Substrat.

Am besten gedeihen die meisten Arten der exotischen Schönheiten in spezieller Orchideenerde. Das Substrat sollte auf jeden Fall luftdurchlässig und grob sein. Wer keinen speziellen Orchideendünger kaufen möchte, kann auch normalen Flüssigdünger verwenden und die empfohlene Menge im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen. Die meisten Orchideen sind vom Frühling bis Herbst im Wachstum, in dieser Zeit alle zwei bis vier Wochen düngen. Im Winter sollte man auf Dünger nahezu komplett verzichten.

Verblühte Orchideen schneiden

Verblühte Orchideen blühen meistens wieder. Das gelingt bei sogenannten mehrtriebigen Arten wie der Phalaenopsis, wenn man nach dem Verblühen den Stiel über dem dritten kleinen Hüllblatt abschneidet. Hüllblätter sind die sichtbaren Verdickungen am Stiel. Bei eintriebigen Arten wie etwa der Dendrobium-Orchidee kann der Stiel nach dem Verblühen komplett abgeschnitten werden. Um neues Blütenwachstum der Phalaenopsis anzuregen, kann diese für eine Zeit in einen kühleren Raum gestellt werden.

Wichtig: Orchideen sollten nie neben einem Korb mit reifem Obst stehen. Ausströmende Reifegase können dazu führen, dass die Pflanze ihre Blüten schnell verliert.

Orchideen regelmäßig umtopfen

Alle zwei bis drei Jahre sollten Orchideen neues Substrat bekommen. Es verrottet mit der Zeit und schnürt die Wurzeln nach und nach ein. Da sich die meisten Triebe und Blätter im Frühjahr entwickeln, ist dies ein günstiger Zeitraum zum Umtopfen.

Eine blühende Orchidee. © NDR Foto: Hans-Herbert Bohn aus Rostock
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 10.07.2021 | 06:50 Uhr

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